Barings führt Rangliste der Lateinamerika-Fonds an
Konzentriertes Portfolio bringt den Erfolg

Mut zur Lücke – auf diese Formel bringt Fondsmanager Urban Larson den jüngsten Höhenflug des Fonds Baring Latin America. Mit einem Plus von 67,57 Prozent für die vergangenen zwölf Monate führt er den aktuellen Vergleich von 23 auf Lateinamerika spezialisierten Aktienfonds an.

HAMBURG. „Es gibt in der Region nur etwa 100 Unternehmen, in die ein Fondsmanager problemlos investieren kann“, erklärt Larson. Deshalb komme es darauf an, sich auf die großen Namen zu konzentrieren und einzelne Aktien aus dieser Riege, von denen man nicht überzeugt sei, ganz außen vor zu lassen. Als Beispiel nennt der Baring-Manager die Telmex-Aktie, die sich im Betrachtungszeitraum weit unterdurchschnittlich entwickelte. Der Kurs von Konkurrent America Telecom – aktuell die größte Position im Baring Latin America – hat sich dagegen nahezu verdoppelt. Selbstredend, so Larson, gehöre auch die nötige Erfahrung dazu. Sowohl er als auch Co-Manager Bryan Collings hätten sich bereits vor mehr als zehn Jahren auf die Region spezialisiert.

Auch die Tatsache, dass das Baring-Duo fast 60 Prozent des Fondsvermögens in Brasilien investiert, dürfte zum Etappensieg beigetragen haben. Obwohl sich dieses Übergewicht in den vergangenen Wochen eher negativ auswirkte: Ein Korruptionsskandal, der insgesamt zehn Minister der Regierung Lula das Amt kostete, dämpfte die Stimmung am brasilianischen Aktienmarkt. Dennoch glaubt Larson nicht, dass diese Ereignisse lange nachwirken werden: „Der Präsident scheint in den Skandal nicht verwickelt zu sein, und auch sein Finanzminister Antonio Palocci ist noch an Bord.“

Da es zur aktuellen Politik der Haushaltskonsolidierung ohnehin keine Alternative gebe, konzentrieren sich die Baring-Manager lieber auf das wirtschaftliche Umfeld. Und das sieht Larson zufolge gut aus: „Es gibt derzeit praktisch keine Inflation, und wir rechnen fest damit, dass die brasilianische Zentralbank im Herbst mit ersten Zinssenkungen beginnt.“ Für diesen Fall will er den Anteil von Bank- und Konsumaktien am Portfolio deutlich ausbauen.

Mut zur Lücke beweisen auch die Manager der amerikanischen Investmentgesellschaft Hansberger, die seit Ende Januar für den Lateinamerika-Fonds der französischen Ixis-Gruppe verantwortlich zeichnen. Mitunter halten sie weniger als 20 Einzeltitel im Portfolio, bei deren Auswahl sie streng nach fundamentalen Kriterien vorgehen und dabei einem Value-Ansatz folgen.

Immerhin, seit März hat sich der Rückstand des am Tabellenende liegenden Fonds auf den Spitzenreiter nicht weiter vergrößert – auch wenn sich manche der im Fonds prominent vertretenen Konsumaktien wie der brasilianische Kosmetik-Einzelhändler Natura Cosmeticos in dieser Zeit eher unterdurchschnittlich entwickelten. Auffällig zudem: Der Rohstoffsektor spielt mit einem Anteil von nur zehn Prozent eine deutlich niedrigere Rolle als bei vielen Konkurrenten.

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