Barreserve soll gesenkt werden
Immobilienfonds verzeichnen wieder Zuflüsse

Nach der knapp dreimonatigen Schließung haben die offenen Immobilienfonds von Kanam sich wieder erholt. Angesichts der positiven Entwicklungen arbeiten Kanam und UBS nun daran, die Barreserve zu senken.

HAMBURG. Mit einem Plus von 13,68 beziehungsweise 7,07 Prozent in den vergangenen zwölf Monaten führen noch immer die beiden Kanam-Fonds US-Grundinvest und Grundinvest die Rangliste der offenen Immobilienfonds an. Beide Fonds sind nach knapp dreimonatiger Schließung wieder für die Anleger geöffnet. Mitte Januar musste Kanam die Rücknahme der Anteile stoppen, da sonst die gesetzlich vorgeschriebene Mindestliquidität von fünf Prozent in den Fonds unterschritten worden wäre.

Auslöser für die hohen Abflüsse war eine Verkaufsempfehlung der Berliner Rating-Agentur Scope. Inzwischen hat sich die Lage jedoch wieder stabilisiert: Bereits während der Schließung sind dem Kanam Grundinvest 120 Mill. Euro zugeflossen, gleichzeitig haben Anleger Verkaufsaufträge über 55 Millionen Euro storniert. Zudem hat das Management sieben Objekte aus dem Portfolio für insgesamt über 1,5 Mrd. Euro verkauft. "Darüber hinaus erhalten wir seit der Wiedereröffnung am 31. März weiter sehr hohe Mittelzuflüsse", sagt Kanam-Sprecher Michael Birnbaum. Daher sei die Liquiditätsquote inzwischen auf über 35 Prozent gestiegen; die Zielquote liege jedoch bei 20 bis 25 Prozent. Um diese zu erreichen, soll im Rahmen eines so genannten Cash-Stopps so lange kein frisches Geld mehr in den rund 2,6 Mrd. Euro schweren Fonds fließen, bis das Management neue Investitionsobjekte ausgewählt und gekauft hat.

Mit einem ähnlichen Problem kämpft auch der drittplatzierte UBS Euroinvest Immobilien. "Da sich der Fonds in erster Linie an institutionelle Investoren richtet, ist er von Mittelabflüssen weitgehend verschont geblieben", sagt Andreas Kneip, Sprecher der Geschäftsführung der UBS Real Estate. Entgegen dem allgemeinen Trend haben die stetigen Zuflüsse die Barreserve sogar auf 23 Prozent ansteigen lassen. Damit liege sie deutlich über dem Zielkorridor von zehn bis 15 Prozent.

Einstieg nur über Warteliste

"Es wurde eine Warteliste eingeführt. Das Management nimmt nur Geld, wenn ein Immobilienkauf ansteht", erläutert Kneip. Wer in den rund zwei Mrd. Euro schweren Fonds einsteigen will, muss tief in die Tasche greifen: Ein Einstieg ist erst ab 350 000 Euro möglich.

Thomas Lorzinski begrüßt die regulierenden Maßnahmen. Der Geschäftsführer der Bremer Vermögensverwaltung Nordtreuhand: "Damit soll verhindert werden, dass zu hohe Mittelzuflüsse die Rendite der Fonds verwässern." Vor diesem Hintergrund sei der Kauf des Kanam Grundinvest weiter empfehlenswert. "Der Fonds ist jung und verfügt über ein sehr gutes Management", so Lorzinski. Zudem befinde sich ein Großteil der Objekte an sehr attraktiven Standorten und verfüge über einen hohen Vermietungsstand. Den UBS Euroinvest Immobilien hält er für Privatanleger angesichts der hohen Einstiegssumme dagegen nicht für geeignet.

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