Barrieren für ausländische Hedge-Fonds zu hoch
Anbieter bleiben dem deutschen Markt fern

Hohe gesetzliche Hürden, besonders im Bereich Steuern, halten ausländische Hedge-Fonds-Anbieter vom deutschen Markt fern. Nur eine Gesellschaft hat bisher alle Hürden genommen. Auch die besten unter den Hedge-Fonds bleiben den Anlegern so verschlossen. Denn die Anbieter sehen sich von dem Aufwand schnell abgeschreckt.

HB DÜSSELDORF. Weltweit sind etwa 6 000 Hedge- Fonds am Markt. Die Besten werden Deutschland allerdings wohl vorerst fernbleiben, da die Eintrittsbarrieren zur Zeit noch sehr hoch sind. Zu dieser Einschätzung kommt Dach-Hedge-Fonds-Experte Kevin Ferro, Chef von Ferro Capital, aus New York: „Die zur Zeit geltenden Reporting-Anforderungen, insbesondere im steuerlichen Bereich, erschweren ausländischen Hedge- Fonds und Dach-Hedge- Fonds den Zugang zum deutschen Markt.“ Bisher hat nur eine ausländische Gesellschaft bei der BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) eine Vertriebszulassung beantragt.

„Wir müssen uns vor Augen halten, dass sich die besten Hedge Fonds einer hohen Nachfrage in der ganzen Welt erfreuen. Zu hohe gesetzliche Hürden und hohe Reportingstandards bewirken letztendlich nur, dass sich die Hedge-Fonds-Manager woanders nach Kapital umsehen“, sagt Ferro.

Ramona Lipp, Institutional Client Relationship Manager bei „Coronation Fund Managers“, einem Dach- Fonds in London, bestätigt dies: „Die innovativen Änderungen des Investmentgesetzes gehen mit der restriktiven Steuergesetzgebung nicht konform. Die bekannten Single-Fonds- Manager werden nicht bereit sein, sich an diese Regeln anzupassen.“ Sicher biete Deutschland ein großes Marktpotenzial, aber die erfolgreichen Manager würden sich eher für die unkomplizierten Märkte entscheiden – denn das bedeute weniger Kosten bei gleichem Einkommen. Wären die Steueranforderungen einfach und kostengünstig zu handhaben, könnten sogar große Fonds daran interessiert sein nach Deutschland zu gehen, so Lipp.

Eine weitere Erklärung für das Fernbleiben der Hedge-Fonds ist strukturell begründet: „Viele der erfolgreichen Hedge-Fonds-Manager nehmen gar keine neuen Gelder mehr an“, erklärt Oliver Schebela zuständig für die Produktauswahl bei der Credit Suisse Deutschland. Es sei keine Seltenheit, dass Manager ab einem bestimmten Fondsvolumen keine neuen Gelder mehr annähmen.

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