Befragung
Krise belastet Fonds-Verwalter

Asset-Manager sind gezwungen, die Kosten zu senken und ihre Produktpalette einzuschränken. Der Grund: Die Wirtschaftskrise macht ihnen zu schaffen. Warum ein radikaler Umbau der Branche immer wahrscheinlicher wird.

FRANKFURT. Die Finanzkrise erzwingt einen radikalen Umbau in der Branche der internationalen Vermögensverwalter. Nach einer Studie der Beratungsfirma Create-Research erwarten Marktteilnehmer zunehmenden Wettbewerb und Anpassungsdruck. Dies werde auch dazu führen, dass immer mehr Fondssparten bei Banken abgespalten werden. Zudem soll die Zahl der Fusionen in der Branche steigen.

Die unabhängige Londoner Firma Create-Research befragte im Rahmen der Untersuchung („Future of Investment: The Next Move?“) 225 Vermögensverwalter und Pensionsfonds aus 30 Ländern mit einem Vermögen von 18,2 Bill. Dollar. Die Ergebnisse der Umfrage, die dem Handelsblatt vorliegen, werden heute in London vorgestellt. Etwa 45 Prozent der Befragten erwarten, dass die Finanzkrise in der ersten Hälfte des kommenden Jahres überwunden sein wird. Jeder Vierte erwartet das erst zu einem späteren Zeitpunkt. Die Krise schlägt auf das erwartete Branchenwachstum durch. Nur 42 Prozent der Großanleger sprechen von „guten“ oder „exzellenten“ Perspektiven. Dagegen stufen 58 Prozent die Möglichkeiten als „schlecht“ oder „begrenzt“ ein (siehe „Trübe Aussichten“).

Anbieter sind in der Zwickmühle: Während die Einnahmen wegen der Kapitalverluste und des steigenden Drucks auf die Gebühren sinken, sind die Kosten eher fix. „Die Industrie steht am Scheideweg“, urteilt Amin Rajan, Leiter von Create-Research. Die Bruttoeinnahmen der Anbieter sackten im vergangenen Jahr um durchschnittlich 35 Prozent ab. Für das laufende Jahr wird ein weiterer Rückgang um 15 Prozent erwartet. Hier wirken nicht nur sinkende Vermögensbestände und Umschichtungen der Investoren in risikoarme und damit margenenge Produkte. „Große Altersvorsorgevermögen diesseits und jenseits des Atlantiks haben die Gebühren nach unten gedrückt“, sagt der Vertreter eines US-Anlagegesellschaft. Laut Umfrage erwarten mehr als die Hälfte der Großanleger hier weiteren Druck.

Der Einnahmerückgang zwingt die Asset-Manager zu Kostensenkungen. Rund 58 Prozent der Befragten haben ihre Fixgehälter eingefroren und die Bonuszahlungen an die Leistung gekoppelt. Etwa 41 Prozent haben ihre Produktpalette eingedampft, über 60 Prozent ihre Ausgaben beispielsweise für Reisen oder Marketing gesenkt. Kostensenkende Auslagerungen von Dienstleistungen wie Fondsbuchhaltung gehören ebenfalls zum Maßnahmenkatalog.

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