Bei den Gestaltungsspielräumen hat die Aufsicht das letzte Wort
Neuer Alleskönner „Super-Fonds“ konkurriert mit Dachfonds

Die Idee des „Super-Fonds“ beflügelt die Phantasie. Und das, seit die EU-Investmentrichtlinie im Investmentmodernisierungsgesetz in deutsches Recht umgesetzt wurde.

Das neue Rechtsumfeld sieht eine wesentliche Erweiterung der Anlagemöglichkeiten für Fonds vor, bei der die strikte Trennung zwischen den bisherigen gesetzlichen Fondstypen entfällt. An ihre Stelle treten Fonds, die nicht nur in Wertpapiere, sprich Aktien und Anleihen, sondern gleichzeitig auch in Geldmarktinstrumente und Bankguthaben, in Derivate und - wie die bisherigen Dachfonds - in andere Fondsanteile (ausgenommen etwa offene Immobilienfonds oder AS-Fonds) investieren dürfen. Das dürfen sie grundsätzlich bis zu 100 Prozent ihres Vermögens: regelrechte Alleskönner also.

Damit steht nicht unmittelbar eine Generation von Super-Fonds vor der Tür, die die bisherigen Fondstypen von Geldmarktfonds über Aktien- und Renten- bis zu Dach- und Hedge-Fonds obsolet macht. Der Super-Fonds ist kein neuer Fondstyp, sondern zunächst nur ein leerer Gestaltungsrahmen. Zwar ermöglicht der neue erweiterte Anlagerahmen komplexere Fondskonstruktionen. Ob sie genutzt werden, hängt aber davon ab, was Aufsicht und Fondsgesellschaften daraus machen, und was die Anleger letztlich wollen. Vieles spricht dafür, dass nur wenige Alleskönner dabei herauskommen.

Denn für die Nutzung gibt es auf beiden Seiten Grenzen. Das gilt zunächst allein schon für die Anpassung der Vertragsbedingungen bestehender Fonds an das neue Rechtsumfeld, die bis 2006/2007 erfolgen soll. Bei den meisten von ihnen wird es weitgehend beim Alten bleiben.

Maßgeblich dafür wird die noch ausstehende Ausfüllung des Paragrafen vier des Investmentgesetzes durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) sein. Der Paragraf regelt die Namensgebung der Fonds und hat den griffigen Titel „Fondskategorienrichtlinie“. Diese bestimmt letztlich die Kategorisierung der Fonds und legt auf Basis der „überwiegend namensgebenden Papiere“ im Portfolio die relevanten Anlagegrenzen fest.

Hier dürfte sich höchstwahrscheinlich wenig ändern: bei Aktienfonds mindestens 51 Prozent Aktien, bei Rentenfonds mindestens 51 Prozent festverzinsliche Wertpapiere und so weiter. Die Vermutung liegt nahe, dass auf diesem Wege die vertrauten Aktien-, Renten- und Geldmarktfonds wieder Einkehr halten. Die Definition eines Super-Fonds dürfte sich indessen unter den Fondskategorien der BaFin nicht finden.

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