Bei Investmentstrategien entscheidet der Einstiegszeitpunkt über den Ertrag
Wahl des Anlagestils ist für manche Investoren eine Mentalitätsfrage

Die Idee, sich bei der Auswahl von Unternehmenstiteln nach konkreten Stilen zu richten, hat vor allem in den USA eine lange Tradition. Seit einigen Jahren wächst jedoch auch bei europäischen Anlegern die Vorliebe für Investmentstile.

Neben „Size“ (Unternehmensgröße) gehören die Ausrichtungen „Value“ (Unternehmenswert) und „Growth“ (Wachstum) zu den bekanntesten Orientierungen. Doch stellt sich die Frage, ob es sich bei Value und Growth lediglich um eine Geschmacksfrage handelt oder ob mehr dahinter steckt.

Zunächst spricht der dem jeweiligen Stil zugrunde liegende Ansatz unterschiedliche Anlagementalitäten an. Die Blickrichtung eines Value-Investors richtet sich vor allem auf heute bereits im Unternehmen existierende Vermögenswerte. Das Ziel ist klar: Unternehmen mit einem hohen Netto-Buchwert möglichst günstig einzukaufen. Beim Growth-Ansatz dagegen treten aktuelle Vermögenswerte in den Hintergrund. Die Handlungsmaxime lautet vielmehr: Kaufe Wachstum, um überdurchschnittliche zukünftige Gewinnzunahmen zu nutzen.

Zur Perspektive der jeweiligen Investmentstile tritt die Performance. In der Rückschau, vollzogen an Hand von Stil-Benchmarks der Datenanbieter MSCI sowie Salomon Smith Barney fällt auf, dass Value seit mehr als vier Jahren Growth schlägt – über einen ungewöhnlich langen Zeitraum. Der Schock des starken Kursverfalls nach dem Platzen der Spekulationsblase am Aktienmarkt und eine Vielzahl von Unsicherheitsfaktoren dürften bei dieser Entwicklung eine zentrale Rolle spielen.

Ein Performance-Vergleich über die vergangenen 25 Jahre liefert ein noch erstaunlicheres Ergebnis. Mit einer im Januar 1980 getätigten Investition in die Aktien des MSCI-Value-Index wäre bis zum Anfang dieses Jahres eine durchschnittliche jährliche Rendite von rund zwölf Prozent möglich gewesen. Ein Growth-Investor hätte sich im gleichem Zeitraum mit neun Prozent jährlich zufrieden geben müssen. Über den betrachteten Zeitraum von 25 Jahren führt diese Renditedifferenz bei gleichem Startkapital zu einem etwa doppelt so hohen Endbetrag.

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