Bei kleinen Anlagebeträgen ist Vorsicht geboten
Vergleich von ETF-Ordergebühren lohnt

Börsengehandelte Indexfonds gelten als günstige Investmentalternativen. Doch auch bei ihrem Kauf fallen Gebühren an - und die können je nach ausführender Bank sehr unterschiedlich sein. Handelsblatt.com hat die Orderkonditionen einer Auswahl deutscher Banken unter die Lupe genommen.

DÜSSELDORF. Das Geschäft mit börsengehandelten Indexfonds gewinnt in Deutschland an Fahrt. Bei der Deutschen Börse in Frankfurt sind inzwischen 274 Indexfonds für das Handelssystem Xetra zugelassen, pro Monat werden mit ihnen rund neun Milliarden Euro umgesetzt. Erst jüngst ließ sich mit Invesco PowerShares der neunte Emittent dieser auch als Exchange Traded Funds (ETFs) bezeichneten Produkte in Frankfurt listen.

Dem Privatanleger werden Indexfonds vor allem mit drei Argumenten schmackhaft gemacht: Kein Ausgabeaufschlag, geringe Verwaltungsgebühr, hohe Transparenz. Der Hintergrund: Die Fonds bilden lediglich einen Index nach - zum Beispiel den Dax -, dessen Zusammensetzung ohne Probleme ersichtlich ist. Weil das Portfolio nicht aktiv umgeschichtet wird, sind die Verwaltungsgebühren niedrig. Und weil ETFs über die Börse gekauft werden, muss der Anleger nicht den Ausgabeaufschlag von bis zu fünf Prozent zahlen, der ihm häufig bei einem Kauf direkt von der Fondsgesellschaft abverlangt wird.

Da es vielen aktiv gemanagten Investmentfonds nicht gelingt, über lange Zeit den Vergleichsindex zu schlagen, sollten Privatanleger lieber gleich in die billigeren ETFs investieren - so argumentieren die Emittenten. Doch all das bedeutet nicht, dass für den Kauf von Indexfonds keine Gebühren anfallen. Im Gegenteil: Unter bestimmten Bedingungen können ETFs sogar die kostspieligere Alternative sein.

  Tabelle 1:  ETF-Gebührenübersicht

Für einen ETF-Kauf muss der Anleger zwei Kosten tragen: Den Spread und die Ordergebühren. Als "Spread" bezeichnet man die Spanne zwischen Ankaufs- und Verkaufskurs. Bei vielen Indexfonds liegt der Spread bei 0,1 Prozent. Das bedeutet: Der Anleger muss für einen Fondanteil 0,1 Prozent mehr bezahlen, als er dafür kriegen würde, wenn er ihn jetzt verkaufen wollte. Auch bei schwankenden Kursen bleibt der Spread meist konstant. Er ähnelt damit einem versteckten Ausgabeaufschlag - der allerdings auch bei Aktienkäufen an der Börse und auch bei Rückgabe von Fondsanteilen an eine Fondgesellschaft existiert.

Die Ordergebühren, die für den Kauf von ETF-Anteilen anfallen, sieht der Anleger dagegen sofort in der Kaufabrechnung. Wer sich einen Indexfonds ins Wertpapierdepot holen möchte, muss seine Depotbank schließlich damit beauftragen, diesen Fonds für ihn zu erwerben. Damit fallen an verschiedenen Stellen Kosten an: Zuerst verlangt die Depotbank eine Provision für ihre Dienstleitung. Dann verlangt die Börse, an der die Bank die Anteile einkauft, ebenfalls Geld für die Vermittlung und Abwicklung des Geschäfts.

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