Berater des TC Fonds Select Systematic schafft nach langer Durststrecke die Wende
Dachfonds setzen auf charttechnische Modelle

Der Blick auf Internetseiten ist mitunter verräterisch. Wenn ein Fondsanbieter in der Rubrik „Presse“ zahlreiche Referenzartikel zitiert, die letzte Erwähnung aber aus dem Jahr 2002 stammt, dann gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder wurde die Seite lange Zeit nicht aktualisiert, oder aber über einstmals gerühmte Produkte gab es seit drei Jahren nichts Positives zu schreiben.

HB HAMBURG.Letzteres ist zweifellos beim TC Fonds Select Systematic von Merck Finck der Fall. Dessen Berater, der Fonds-Analyst Ulrich Harmssen aus Worpswede, war Anfang 2000 angetreten, es besser zu machen als die von ihm wegen ihrer oft wenig strukturierten Zielfondsauswahl kritisierten Dachfonds-Pioniere. Tatsächlich zog sich Harmssen bis Mitte 2002 mit einem antizyklisch geprägten Ansatz achtbar aus der Affäre. Doch dann riss der Faden, und der TC Fonds Select Systematic wurde in den Ranglisten nach unten durchgereicht. Zwei andere Harmssen-Fonds, der TC Select Defensive und der TC Select Aggressive, entwickelten sich noch schlechter und wurden zum 1. August 2005 mangels Erfolg und Masse geschlossen.

„Es gab einige aus dem Bauch heraus getroffene Fehlentscheidungen, obwohl unsere Programme die später eingeschlagene Marktrichtung im Prinzip richtig erkannt hatten“, blickt Harmssen selbstkritisch zurück. Als Beispiel nennt er klare Verkaufssignale im April und Mai vergangenen Jahres, die er damals ignorierte. Das warf ihn erneut zurück, doch seither hält Harmssen sich konsequent an die Vorgaben seines noch einmal überarbeiteten Trendfolgemodells. Mit Erfolg: Im jüngsten Zwölfmonatsvergleich belegt der TC Fonds Select Systematic unter 118 Dachfonds mit flexibler Aktienquote Rang drei.

„Unser charttechnisches Modell arbeitet auf der Basis von gleitenden Durchschnitten“, erläutert Harmssen. Dabei sei die daraus abgeleitete Entscheidung, in einen Markt einzusteigen oder sich wieder zu verabschieden, in der Vergangenheit zu 80 Prozent richtig gewesen. Auf grün stünden die Signale derzeit vor allem für Rohstoff-, Energie- und Europa-Fonds, die zwei Drittel des Portfolios ausmachen. Rentenfonds sind nicht enthalten, die Barreserve liegt bei knapp sieben Prozent.

Ähnlich wie Harmssen setzen auch Arne Sand und Max Schott auf ein Trendfolgemodell. Die Manager des aktuellen Spitzenreiters der Vergleichsgruppe, des Smart-Invest Helios AR von Axxion, halten die Aufwärtsbewegung in den von ihnen verfolgten Zielmärkten nach wie vor für intakt. Deshalb erhöhten sie die Aktienquote, die im April lediglich 53 Prozent betragen hatte, Anfang Juli auf über 90 Prozent. Sonderlich wohl fühlen sich die beiden Vermögensverwalter angesichts der immer höher steigenden Kurse aber nicht. „Wir gehen davon aus, dass die Nagelprobe bezüglich der Echtheit und Nachhaltigkeit dieser Trends noch in diesem Jahr erfolgt", warnt Max Schott vor zu viel Euphorie.

Autor: Egon Wachtendorf, Der Fonds

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