Berkshire Hathaway
Warren Buffett und das ABC seiner Nachfolge

Warren Buffett wird es verkraften: Berkshire Hathaway muss einen Rückgang des Reingewinns verkünden, operativ ist jedoch alles im Soll. Im Brief an die Investoren spricht der 84-Jährige über seine Nachfolge.
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New YorkDie Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway der US-Investorenlegende Warren Buffett hat im vierten Quartal einen Rückgang ihres Reingewinns um 17 Prozent verbucht. Grund dafür war vor allem ein Rückgang der Einnahmen aus dem Anlagegeschäft. Das operative Ergebnis ist jedoch gestiegen, wie das Unternehmen am Samstag mitteilte.

Der Nettogewinn fiel den Angaben zufolge auf 4,16 Milliarden Dollar von 4,99 Milliarden Dollar vor Jahresfrist. Der operative Gewinn im Quartal sei um fünf Prozent auf 3,96 Milliarden Dollar gestiegen von zuvor 3,78 Milliarden. Der Umsatz legte um drei Prozent zu auf 48,26 Milliarden Dollar.

Der Buchwert je Anteilsschein, den Buffett als gute Messlatte für den Wert des Unternehmens betrachtet, stieg um 8,3 Prozent auf 146.186 Dollar. Für das Gesamtjahr 2014 verbuchte Berkshire Hathaway einen Gewinnanstieg von zwei Prozent auf 19,87 Milliarden Dollar, während der operative Gewinn sogar um neun Prozent auf 16,55 Milliarden Dollar zulegte.

Fast spannender als die Zahlen, die das „Orakel von Omaha“ präsentierte, waren Buffets Aussagen über die Anforderungen an einen Nachfolger. Im Schreiben an die Investoren lässt der Milliardär zum 50-jährigen Jubiläum leise Abschiedstöne anklingen. „Mein Nachfolger wird eine besondere Stärke brauchen: Er muss die Fähigkeiten haben, das ABC des Geschäftsverfalls zu bekämpfen“, so Buffett in seiner Mitteilung. Mit ABC seien Arroganz, Bürokratie und Selbstzufriedenheit („complacency“) gemeint.

„Wenn dieser Konzern-Krebs Metastasen bildet, kann auch das stärkste Unternehmen fallen“, führt Buffett drastisch weiter aus. Andeutungen, wer ihm nachfolgt, vermied der Berkshire-Chef. Er sei sich aber sicher, dass der Vorstand den richtigen gefunden hätte und sein Nachfolger einen besseren Job machen werde, als die Investorenlegende selbst.

Der 84-jährige Buffett führt Berkshire seit 1965 und baute das Textilunternehmen in ein Konglomerat mit mehr als 80 Geschäftsbereichen um, darunter Versicherungen, Eisenbahnen, Energie, Lebensmittel, Bekleidung und Immobilien. Das in Omaha, Nebraska, ansässige Unternehmen hat auch etwa 117,5 Milliarden Dollar in Aktien investiert, etwa 59 Prozent davon in nur vier Gesellschaften: American Express, Coca-Cola, IBM und Wells Fargo.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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