Fonds + ETF
Berlin stellt Fondsgarantien in Frage

Anlegern, die sich in den neunziger Jahren an geschlossenen Immobilienfonds der Bankgesellschaft Berlin (BGB) beteiligten, drohen nach einem Bericht des „Tagespiegel“ (Samstag-Ausgabe) „massive Verluste“. Der Zeitung zufolge bestätigten Bankenkreise, dass zahlreiche Fonds auch garantierte Ausschüttungen nicht leisten können. Dabei soll es um ein Volumen von 100 Mill. Euro gehen.

dpa/rrl BERLIN/DÜSSELDORF. Hintergrund: Bei etwa 20 Fonds mit Anlagevolumina bis zu 800 Mill. Euro hat die BGB Miet-, Auschüttungs- oder Rücknahmegarantien gegeben. Verkauft wurden die Fonds aufgrund geringer Mindestzeichnungssummen von teils nur 5 000 Euro oft auch an Kleinsparer. Zumindest die großvolumigen Fonds enthalten ein Sammelsurium von Immobilien unterschiedlichster Nutzungsart. Die Garantien sollten die schwer einzuschätzenden Risiken abfedern. Nach einem Bericht des „manager magazins“ liegen die Mieteinnahmen von zwölf großen Fonds bis zu 40 % unter Plan. Mindestens sieben der Fonds hätten akute Finanzprobleme.

Bislang gingen Anleger davon aus, dass das Land Berlin als 80-Prozent-Eigner der BGB für die Garantien der BGB gerade steht. Allerdings wurde Berlins Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) schon vor eineinhalb Jahren von einer Bürgerinitiative bei seinem Bestreben unterstützt, wegen der Finanzmisere des Landes Garantiezahlungen für die Anleger zu verweigern.

Es ist anzunehmen, dass Sarrazin seit langem einen Weg aus den Garantieverpflichtungen sucht. Nach Sarrazins Worten hat das Land Berlin keine unmittelbare Zahlungspflicht gegenüber Fonds-Anlegern der Bankgesellschaft. Nach der Vereinbarung „zur Abschirmung der Bankgesellschaft“ von April 2002 habe das Land eine Verpflichtung ausschließlich gegenüber dem Konzern übernommen, erklärte Sarrazin am Freitag. Der Bankkonzern prüfe derzeit, ob und in welcher Höhe Fondsgarantieansprüche bestehen.

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