Bernd Hasenbichler: Pionier aus dem Alpenland

Bernd Hasenbichler
Pionier aus dem Alpenland

Über viele Jahre hinweg nahm ein Österreicher in den Ergebnislisten der Hedge-Fonds-Manager, die die Strategie „Managed Futures“ verfolgen, weltweit einen Rang in der Spitzengruppe ein. Er machte dabei zeitweise selbst namhaften Größen der Branche wie John W. Henry oder Paul Tudor Jones Konkurrenz. Dies brachte ihm im Hedge-Fonds-Mutterland USA viel Respekt ein.
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HB FRANKFURT. Jetzt öffnet sich Bernd Hasenbichler mit der Gründung des ersten deutschen Hedge-Fonds-Dachfonds in der Form einer Investmentaktiengesellschaft mit veränderlichem Kapital auch deutschen Anlegern.

Während der vergangenen Jahre hat sich Hasenbichler vom reinen Commodity Trading Advisor (CTA), einem auf die Terminbörsen fokussierten Manager, zu einem vielseitigen Hedge-Fonds-Experten gewandelt, der auf mehrere Strategien setzt. An die teilweise exzellenten Ergebnisse der Vergangenheit konnte er in jüngster Zeit allerdings nicht mehr anknüpfen. „Das Umfeld für Hedge-Fonds ist schwieriger geworden“, begründet Hasenbichler. Zum einen fehle es an den Terminbörsen zurzeit an klar ausgeprägten Trends, zum anderen waren auch die Kursschwankungen an anderen Finanzmärkten zuletzt nicht sonderlich stark ausgeprägt. Diese Volatilität sei aber nun einmal eine wesentliche Voraussetzung für gute Resultate von Hedge-Fonds.

Der zum öffentlichen Vertrieb in Deutschland zugelassene neue Hedge-Fonds-Dachfonds Hasenbichler Investment AG mvK enthält verschiedene Strategien. Er setzt durch moderne Computerprogramme gesteuerte quantitative Handelssysteme ein. Bei diesen an Terminbörsen umgesetzten Derivate-Strategien handelt es sich um Trendfolgemodelle – die Aktien-Strategien setzen beispielsweise auf die Umkehr großer Trends. Hasenbichler mischt in seinem Dachfonds also Strategien, die auf eine bestimmte Kursrichtung setzen, mit eher marktneutralen Ansätzen.

Entgegen der noch immer weit verbreiteten Meinung, Hedge-Fonds sollten aus Effizienzgründen besser in anderen europäischen Jurisdiktionen anberaumt werden, hat sich Hasenbichler aber bewusst für ein in Deutschland reguliertes Investmentvermögen entschieden.

Auch Kai-Uwe Steck, Experte bei der Sozietät Dewey Ballantines, sieht für die jetzt von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) in dieser Form erstmals zugelassene Investmentaktiengesellschaft mit veränderlichem Kapital zahlreiche Ausgestaltungsmöglichkeiten. Im Rahmen des Investmentmodernisierungsgesetzes hatte das Bundesfinanzministerium im Januar 2003 die Möglichkeit zur Gründung einer solchen wettbewerbsfähigen Organisationsform für ein Investmentvermögen geschaffen.

Bisher ist die neue Unternehmensform als Verpackung für Hedge-Fonds-Vermögen auf viel Kritik gestoßen. „Zugegeben – im Erlaubnisverfahren waren viele rechtliche Hürden zu nehmen“, sagt Steck. Die BaFin habe sich bei ihrer Entscheidungsfindung aber immer von dem gesetzgeberischen Auftrag leiten lassen, die Investmentaktiengesellschaft zu ermöglichen. Damit komplettiere Deutschland in organisationsrechtlicher Hinsicht die Angebotspalette für Investmentvermögen und stehe nicht mehr länger hinter anderen Ländern wie Luxemburg oder Irland zurück.

Positiv für Anleger ist, dass die Investmentaktiengesellschaft mit veränderlichem Kapital von der Körperschaft- und der Gewerbesteuer befreit ist. Auch der Privatanleger selbst ist nur in geringem Maße steuerpflichtig; da Erträge aus Termingeschäften für ihn steuerbefreit sind. Lediglich Dividendenerträge und Substanzgewinne sind zu versteuern. Die neue Investmentaktiengesellschaft zielt bei einem Mindestanlagebetrag von 1 000 Euro auf private und institutionelle Investoren. „Renditen im niedrigen zweistelligen prozentualen Bereich sollten in den nächsten Jahren am Hedge-Fonds-Markt möglich sein’“, steckt Hasenbichler sein Ziel ab.

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