Besserer Durchblick
EU-will Fonds transparenter machen

Diese Regelung war für Anleger längst überfällig: Investmentfonds werden für Verbraucher in Zukunft besser zu verstehen sein. Das soll eine neue EU-Richtlinie garantieren. Was Anleger beachten sollten.
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Monte CarloAm ersten Juli startet eine neue Ära in der Zeitrechnung für Investmentfonds. Die EU-Fondsrichtlinie ist angepasst worden und tritt heute in Kraft. Teil des Regelwerks ist die Forderung eines allgemein verständlichen zweiseitigen Informationsblatts für alle angebotenen Investmentfonds: Mit dem Finanzchinesisch soll Schluss sein. Darüber hinaus bekommt der Anleger nach Angaben aus dem Bundesfinanzministerium mehr Informationen bei Fonds-Zusammenlegungen und Gebührenerhöhungen. Sogar eine Schlichtungsstelle für Beschwerden von Verbrauchern soll eingerichtet werden.

Das Wichtigste auf zwei Seiten

Experten sehen in dem Fonds-Informationsblatt einen guten Ansatz. „Man kann eine relativ einfache, verständliche Information aufbereiten, es geht“, sagt etwa Stefan Eich, zuständig für strategisches Produktmanagement beim Sparkassen-Fondsanbieter Deka. Wie auch andere Experten hält Eich das Produktblatt aus Privatanlegersicht für die wichtigste Neuerung der EU-Richtlinie. „Im Gegensatz zu den anderen Punkten betrifft ihn das direkt und unmittelbar.“

Das Produktblatt liefert in standardisierter Form und einfacher Sprache die wichtigsten Infos. Es beschreibt die Ziele und Anlagepolitik, das Risiko- und Ertragsprofil, nennt die Kosten und die frühere Wertentwicklung. Kurz und gut: Es soll mehr Transparenz schaffen. „In der standardisierten Form kann der Anleger jetzt einzelne Produkte nebeneinander legen und vergleichen“, sagt Claude Kremer, Präsident des europäischen Fondsverbands Efama.

Der Anlauf ist überfällig. In der bisherigen Form der EU-Richtlinie war zwar schon ein sogenannter vereinfachter Verkaufsprospekt vorgeschrieben. Er verfolgte das gleiche Ziel wie das neue Produktblatt. Aber der Kurzprospekt entpuppte sich als Reinfall. „Er war nicht standardisiert und in Extremfällen sogar noch umfangreicher als die üppigen Verkaufsprospekte“, sagt Bob Kneip, Gründer der Fonds-Dienstleistungsfirma Kneip, auf der Investmentkonferenz Fund Forum in Monte Carlo.

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