Besseres Research und motivierte Mitarbeiter sollen die Gesellschaft wieder in Schwung bringen: Deka-Chef will jeden zweiten Fonds schließen

Besseres Research und motivierte Mitarbeiter sollen die Gesellschaft wieder in Schwung bringen
Deka-Chef will jeden zweiten Fonds schließen

Der neue Chef von Deka Investment, Thomas Neiße, will den angeschlagenen Fondsdienstleister der Sparkassen wieder auf Kurs bringen. Als einschneidendste Maßnahme kündigte Neiße im Gespräch mit dem Handelsblatt an, die gegenwärtig rund 200 Publikumsfonds der Deka um die Hälfte zu reduzieren.

FRANKFUR/M. Vor allem kleine und unrentable Fonds sollen geschlossen werden. Dies werde im Zeitraum von etwa fünf Jahren passieren, sagte der 56-Jährige, der seit 100 Tagen Vorsitzender der Geschäfsführung der Deka Investment ist.

Neiße hat nach eigenen Angaben vielen der frustrierten Fondsmanager, die wenig Bewegungsmöglichkeiten hatten, wieder mehr Entscheidungsfreiheit gegeben. Die Researchabteilungen für Standard- und Nebenwerte wurden zusammengelegt. Generell will Neiße das verbesserungsbedürftige Research aufpolieren und gegen die Mitarbeiterfrustration ankämpfen.

Die 106 Mrd. Euro schwere Wertpapierfondsgesellschaft der Sparkassen leidet unter schlechten Anlageleistungen. Im vergangenen Dezember zog die Deka die Reißleine und verabschiedete sich von ihren Geschäftsführern Gunars Balodis und Michael Hallacker. Man holte mit Neiße einen alten Hasen, der in den 90er-Jahren das Research der Deutschen Bank erfolgreich führte und zuletzt eine eigene Ratingagentur aufbaute.

Hintergrund der Deka-Misere ist die Einführung eines computergestützten Anlageprozesses und einer Organisation mit den vier Säulen Research, Portfoliokonstruktion, deren Umsetzung sowie Qualitätsmanagement. Intitiator des vor drei Jahren gestarteten Umbaus ist Dekabank-Vorstand Peter Mathis. Die durchschnittlichen Anlageergebnisse haben sich seitdem und gerade im Aktienbereich drastisch verschlechtert. Insider führen das auch auf die Beschneidung der Entscheidungsfreiheiten der Fondsmanager und den damit verbundenen Motivationsverlust zurück.

Eine Auswertung der Performanceergebnisse für die Publikumsfonds durch Standard & Poor’s Fund Services bestätigt das Abrutschen, auch im Vergleich zu Konkurrenten. Jens Wetter, Analyst beim Fondsresearchhaus Feri Trust, urteilt: „Es läuft seit langem schlecht, wir sehen keinen Turnaround.“ Allein im vergangenen Jahr gaben die Privatanleger netto Anteile im Gegenwert von 1,9 Mrd. Euro an die Deka zurück.

Institutionelle Investoren zogen aus Deka-Spezialfonds sogar 2,3 Mrd. Euro ab. „Es gibt genügend bessere Alternativen zur Deka“, urteilt beispielsweise Joachim Meyer, Geschäftsführer von Fonds Consult Institutional, einer auf Großanleger spezialisierten Beratungsgesellschaft. Andre Consultants beurteilen die Situation ähnlich.

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