Bestes großes Aktienhaus: Taktischwenk zur richtigen Zeit

Bestes großes Aktienhaus
Taktischwenk zur richtigen Zeit

Defensiv in der Krise, offensiv im Aufschwung. Was simpel klingt, geht in der Realität des Fondsmanagements nicht immer auf - denn das richtige Timing ist eine Kunst für sich. Union Investment gelang der Schwenk 2009 zur rechten Zeit.
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FRANKFURT. Jens Wilhelm hat viele Dinge richtig gemacht. "Wir sind 2008 mit defensiven Grundpositionen in die Krise hinein gegangen und haben 2009 die Richtung gewechselt. Das war eine einmalige Chance", sagt der Vorstand von Union Investment. Das Anlagehaus des genossenschaftlichen Bankenverbundes betreut rund 170 Mrd. Euro.

"Stabil und meinungsfreudig", so sieht Wilhelm sein Team. Die Meinungsfreude hat er mit treffsicheren Entscheidungen belegt. Das Umschalten von Defensive auf Offensive in zeitlicher Nähe zur Aktienwende im Frühjahr 2009 gelang nur wenigen Mitspielern. Wilhelm bleibt auch 2010 positiv für Aktien gestimmt. Die Portfoliomanager haben weiterhin eine gute Meinung für Schwellenländer und Rohstoffpapiere.

Der Union-Mann nennt als einen Grund für die Anlageerfolge die interne Struktur. Jeder Fondsmanager ist auch verantwortlich für das Research einer Branche. "Das ist eng verzahnt, und beides fließt in die Vergütungen ein", sagt Wilhelm. Sein Ziel: "Wir wollen die besten Talente holen."

In Zukunft werden sich die Ansprüche aber wohl verschieben. Grund werden die Folgen der Geld- und Wirtschaftspolitik sein, so Wilhelm. Er stellt sich auf schwelende Staatsschuldenprobleme ein, kürzere Wirtschaftszyklen und höhere Wertschwankungen an den Kapitalmärkten.

Beim Produktkauf gibt es allerdings Hürden. "Offene Architektur ist für uns kein Thema", sagt Wilhelm. Er will damit sagen: Im Gegensatz zu konkurrierenden Bankengruppen werden den Kunden in Volks- und Raiffeisenbanken fast ausschließlich Union-Fonds angeboten. Umfragen bei den Beratern zeigen laut Wilhelm eine hohe Loyalität in den Filialen. ina

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