Beteiligungen: Umsätze am Zweitmarkt fallen
Kein Interesse an gebrauchten Fondsanteilen

Die Umsätze mit gebrauchten Fondsanteilen sind im ersten Halbjahr 2009 erneut drastisch eingebrochen. Die Deutsche Zweitmarkt, eine der beiden großen Handelsplattformen, setzte 18 Mio. Euro um. Im gleichen Vorjahreszeitraum waren es 48 Mio. Euro gewesen. Experten erwarten eine bessere zweite Jahreshälfte.



DÜSSELDORF. Das Minus bei Wettbewerber Fondsbörse Deutschland ist zwar nicht ganz so hoch – von 61 auf 48 Mio. Euro. Doch die Fondsbörse profitierte von einem großen Blockverkauf von Anteilen an einen institutionellen Investor.



Am Zweitmarkt für Beteiligungen werden KG-Anteile gehandelt, wobei die an Schiffen und Immobilien bei weitem dominieren. Der Zweitmarkt ist die einzige Möglichkeit für Anleger, ihre Beteiligungen zu handeln. Die Umsätze sind Nominalwerte, das heißt eine Beteiligung von 20 000 Euro, eine typische Mindestzeichnungsgröße bei Neuemissionen, geht mit 20 000 Euro in die Statistik ein, egal wieviel der Käufer dafür bezahlt. Neben den beiden Börsen betreiben Emissionshäuser eigene Plattformen.

Björn Meschkat, Chef der Deutschen Zweitmarkt, erwartet eine bessere zweite Jahreshälfte und schätzt, dass im Gesamtmarkt noch Beteiligungen im Nominalwert von 500 Mio. Euro den Besitzer wechseln. Nach einer Feri-Studie wurden 2008 rund 675 Mio. Euro auf dem gesamten Zweitmarkt umgesetzt, ein Jahr zuvor war es gut eine Mrd. Euro. Die Lehmann-Pleite sorgte dafür, dass in den letzten beiden Monaten des Jahres 2008 praktisch keine Anteile gehandelt wurden.

Die tatsächlichen Umsätze sind noch viel stärker gesunken. Das lässt sich am Durchschnittskurs festmachen, der bei der Deutschen Zweitmarkt im vergangenen Jahr 93,2 Prozent und im zweiten Quartal 2009 nur noch 67,5 Prozent betrug. Dass der Markt lahmt, liegt nach Ansicht von Frank Netscher, Analyst der Fondsbörse Deutschland, auch daran, dass die Verkäufer noch immer zu hohe Preise fordern. Sie hätten sich noch nicht auf einen Markt eingestellt, in dem Schiffs-Kommanditgesellschaften von der Insolvenz bedroht seien.

Als Käufer fallen gegenwärtig nach seiner Beobachtung auch die Anbieter von Zweitmarktfonds aus. Wenn sie einzelne Fondsanteile aufkaufen, dann recyceln sie diese üblicherweise als Paket in einem neuen geschlossenen Fonds, der dann als Neuemission an den Markt kommt. Doch das Geschäft mit Neuemission lahmt nicht weniger. Laut Analysehaus Scope wurden im Juni im gesamten Beteiligungsmarkt rund 300 Mio. Euro Eigenkapital eingeworben, das ist gut ein Fünftel des Volumens im Vorjahresmonat.

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