Beteiligungsmodelle
Lehman-Pleite holt geschlossene Fonds ein

Allmählich zeigt sich, wie viele Märkte vom Aus der US-Investmentbank betroffen sind. Jüngstes Beispiel: Ein Filfomnds der KG Allgemeine Leasing und vier Flugzeugbeteiligungen von Sachsen-Fonds. Welcher Schaden Anlegern droht, ist bisher unklar.

DÜSSELDORF. Die Insolvenz der Investmentbank Lehman Brothers erwischt nun auch die Anleger geschlossener Fonds. Kommanditisten eines Filmfonds der KG Allgemeine Leasing GmbH & Co. (KGAL) und die Beteiligten an vier Flugzeugfonds der Sachsen-Fonds laufen Gefahr, Geld zu verlieren. Im Fall der KGAL-Beteiligung Nr. 160 ruhen Fondsanlegern zustehende Gelder auf einem Lehman-Konto. Für die Flugzeug-Fonds LF 56, 58, 59 und 60 hat Lehman Garantien übernommen. Die deutsche Lehman-Tochter kann zurzeit keine Zahlungen leisten, weil die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ein Veräußerungs- und Zahlungsverbot gegen die Bank erlassen hat.

In den betroffen fünf Fonds stecken rund 180 Mio. Euro Anlegergelder. Die Einlagen wurden den Fondskonzepten entsprechend zum Teil mit Krediten finanziert, so dass die Bareinlagen nicht einmal halb so hoch sind.

Das höhere Verlustrisiko tragen zurzeit die Filmfondsanleger. Die Bremer Anwaltskanzlei KWAG hat ausgerechnet, dass KGAL-Anleger bis zum Laufzeitende im Jahr 2015 fast 90 Prozent ihrer Bareinlagen verloren haben könnten. Das wären etwa 18 Mio. Euro. Dieses Schreckensszenario unterstellt, dass bis dahin keine Lizenzzahlungen aus Filmrechten erfolgen. Der Gegenwert dieser Lizenzzahlungen wurde im Voraus auf einem Lehman-Konto deponiert, das dem Zahlungsverbot unterliegt.

Die KGAL geht allerdings davon aus, dass die bei Lehman deponierten Gelder unter die Einlagensicherung fallen. Die Einlagensicherung greife jedoch erst, wenn die Insolvenz der deutschen Lehman-Tochter feststehe, gibt KGAL-Geschäftsführer Gert Waltenbauer zu bedenken. Unabhängig von der Einlagensicherung würde der Maximalschaden nur dann entstehen, wenn die Gläubiger mangels Vermögensmasse komplett leer ausgingen.

Die Flugzeugfonds-Anleger haben etwas bessere Chancen, heil aus der Affäre zu kommen. In ihrem Fall hat Lehman die Schlusszahlungen nach Auslaufen der Leasingverträge garantiert. Das heißt: Nur wenn die an Air Canada und die britische Regionalfluggesellschaft Monarch verleasten Maschinen nicht den erwarteten Verkaufserlös erzielen, muss Lehman einspringen und die Differenz übernehmen.

Die Fonds laufen in den Jahren 2011 bis 2014 aus. Den maximalen Schaden für einen mit 100 000 Euro beteiligten Anleger beziffert Jürgen Göbel, geschäftsführender Gesellschafter von Sachsenfonds, je nach Fonds auf 13 000 bis 18 000 Euro.

Weder Waltenbauer noch Göbel wollten pauschal versprechen, Schäden der Anleger komplett auszugleichen. Beide deuteten jedoch an, sich bei Schadeneintritt um kundenfreundliche Lösungen bemühen zu wollen.

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