Betriebliche Tarifmodelle könnten deutsche Aktien interessanter machen
Fonds glauben an zyklischen Aufschwung

Die Lage am deutschen Aktienmarkt wird für die Fondsmanager zur Geduldprobe. Seit März bewegt sich der Dax zwischen 3 800 bis 4 100 Punkten seitwärts. Dennoch halten die Lenker von zwei der größten deutschen Aktienfonds unverdrossen an der Ausrichtung ihrer Portfolios auf einen zyklischen Aufschwung fest.

HB FRANKFURT/M. „Einerseits trauen die Anleger dem konjunkturellen Aufschwung nicht und erwarten eine Wachstumsabschwächung in der zweiten Jahreshälfte. Andererseits entwickeln sich die Unternehmensergebnisse recht ordentlich“, sagt Trudbert Merkel, der mit dem DekaFonds ein gut 4,7 Mrd. Euro schweres Portfolio steuert. Mit einer Jahreswertentwicklung von plus 31,50 Prozent (Ende Mai) rangiert das Produkt der Fondsgesellschaft der Sparkassen an vierter Stelle unter den zehn größten Aktienportfolios mit Anlageschwerpunkt Deutschland.

Merkel glaubt, dass weitere Korrekturen der wirtschaftlichen Erwartungen für den gesamten Euro-Raum dazu beitragen könnten, die aktuelle Pattsituation zu überwinden. Daneben erwartet er, dass die Verhandlungen vieler deutscher Unternehmen über Einzelbetriebsvereinbarungen zur Steigerung der Produktivität gerade ausländische Anleger wachrütteln werden. „Das wird in der zweiten Jahreshälfte zu einem echten Investmentthema werden", sagt er. Derzeit sind im DekaFonds nach wie vor die zyklischen Sektoren wie der Automobilbau und Chemie übergewichtet. Untergewichtet sind defensive Bereiche wie Versorger und Telekommunikation.

Union-Portfoliolenker Hans-Joachim König sucht dagegen quer durch alle Sektoren nach unterbewerteten Titeln. Allerdings führt auch dieser Ansatz letztlich zu einer auf den zyklischen Aufschwung ausgerichteten Kombination. Impulse für die deutschen Blue Chips erhofft sich König von einem Wechsel der Präferenz der Anleger hin zu Large- caps. „Eigentlich ist die Bewertung der Small- und Mid-caps schon seit Jahresanfang zu hoch.“

Delphine Gebauer vom Fonds-Researchhaus Feri Trust legt den Finger in die Wunde der Fondsschwergewichte: „Das große Volumen beschränkt die Auswahl und die Flexibilität beider Fondsmanager.“ Über einen längeren Zeitraum hätten sich beide Produkte noch gut in der oberen Hälfte ihrer Vergleichsgruppe behauptet, auf Sicht von einem Jahr habe jedoch keines der Portfolios den Dax übertroffen, sagt sie.

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