Betrugsskandal
Großer Geldsegen für Madoff-Opfer

Die Geprellten im größten Betrugsskandal der Finanzgeschichte können auf eine höhre Entschädigung hoffen. Denn die Witwe eines langjährigen Freundes des Betrügers Bernie Madoff einigte sich mit den Behörden auf die bislang größte Summe, die jemals nach einer Straftat zurückgefordert werden konnte.
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HB NEW YORK. Die Opfer des US-Finanzbetrügers Bernard Madoff können auf weitaus höhere Entschädigungszahlungen hoffen. In den USA wurden geprellten Investoren am Freitag weitere 7,2 Milliarden Dollar zugesprochen. Die Ehefrau eines inzwischen verstorbenen Madoff-Vertrauten einigte sich mit den Behörden in einem außergerichtlichen Vergleich. Für Madoff-Opfer steht damit eine Gesamtsumme von knapp zehn Milliarden Dollar bereit. Unter anderem überwacht das US-Justizministerium die Auszahlung.

Einigung mit hoher Relevanz

Die Relevanz der Einigung könne gar nicht hoch genug eingeschätzt werden, sagte der Treuhänder für Madoffs Finanzfirma, Irving Picard. Es gebe erhebliche Fortschritte beim Versuch, so viel Geld wie möglich für die Opfer einzusammeln. Die 7,2 Milliarden Dollar sind die größte Entschädigung, die Picard bislang erzielen konnte. Es ist auch die größte Summe, die die Behörden jemals nach einer Straftat zurückfordern konnten.

Staatsanwalt Preet Bharara sagte, die Summe entspräche jedem Dollar, den der langjährige Madoff-Freund Jeffry Picower aus dem betrügerischen Schneeballsystem bekommen habe. Picower investierte über Jahrzehnte hinweg in Madoffs Firma und galt als einer der größten Profiteure des betrügerischen Systems. Er war im vergangenen Jahr tot in seinem Swimmingpool aufgefunden worden, nachdem er einen Herzinfarkt erlitten hatte. Seine Ehefrau ließ über ihre Anwälte mitteilen, sie hoffe, die Einigung werde das Leid der Opfer mildern. Anders als viele andere Investoren war sie bereit, sich relativ schnell mit dem Treuhänder zu einigen.

Irving Picard hatte in den vergangenen Wochen eine ganze Reihe von Klagen gegen Finanzinstitute eingereicht. Die Frist um Klagen einzureichen war am 10. Dezember ausgelaufen. Insgesamt will er so 50 Milliarden Dollar für die Opfer zurück bekommen. Unter anderem hatte er die US-Großbank JP Morgan Chase auf 6,4 Milliarden Dollar verklagt. Von der schweizer UBS fordert er zwei Milliarden Dollar.

Bislang hatte Picard nur deutlich kleinere Beträge für die Opfer eingesammelt. Unter anderem erhielt er von der Familie des Unternehmers Carl Shapiro im Rahmen eines Vergleichs 625 Millionen Dollar. Weitere 500 Millionen Dollar kamen von der schweizer Bank Union Bancaire Privée. Auch Bernard Madoffs Frau Ruth willigte in einem Vergleich ein, rund 80 Millionen Dollar den Opfern zukommen zu lassen. Der 2009 zu 150 Jahren Haft verurteilte Madoff hatte ein Schneeball-System betrieben, in dem aus neu zugeflossenen Geldern scheinbare Gewinne an bestehende Investoren ausgezahlt wurden, ohne dass er tatsächlich Investitionen getätigt hat.

Vor gut zwei Jahren flog der Schwindel auf. Es war der größte Betrugsfall in der Geschichte der Wall Street. Nach Überzeugung der Richter hat er Anleger um insgesamt 65 Milliarden Dollar betrogen. Opfer waren Privatinvestoren genauso wie große institutionelle Anleger. Viele hatten wegen der guten und über Jahre hinweg konstanten Rendite ihre gesamten Ersparnisse bei Madoff angelegt. Seit Madoffs Verhaftung stand seine gesamte Familie unter hohem öffentlichen Druck. Auch Picard hatte einigen Familienmitgliedern vorgeworfen, sie hätten von dem Schneeballsystem wissen müssen. Erst vor wenigen Tagen hatte Madoffs ältester Sohn Selbstmord begangen. Reuters/asd

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  • Und was macht unsere Regierung und Justiz mit den amerikanischen und englischen Heuschrecken, die die Wirtschaftskrise verursacht haben. Die beihilfe zum betrug bei Schefenacker, deutsche Autozulieferfirma zum bankrott aus bW, geleistet haben, nichts, sie stellt das Verfahren wegen Geringfügigkeit in Stuttgart ein. Da kommt jeden Anleihegläubiger und dem geschädigten deutschen Staat das Kotzen. Hier werden Arbeitslose massenhaft produziert vom angloamerikanischen bankstern und nichts passiert. Sie spielen sich als Weltpolizisten auf und sind die größten Gangster in jedem bereich.

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