Betrugsverdacht
Deutscher Hedge-Fonds-Manager hinter Gittern

Mit seinem K1-Hedge-Fonds soll der Aschaffenburger Helmut Kiener internationale Großbanken um Millionenbeträge geprellt haben. Jetzt sitzt der gelernte Psychologe in Haft. Es ist nicht das erste Mal, dass der 50-Jährige in die Schlagzeilen gerät.
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dpa WÜRZBURG/ASCHAFFENBURG. Der Gründer des Hedge-Fonds K1, Helmut Kiener, ist festgenommen worden. Der 50-Jährige, der unter Untreue- und Betrugsverdacht steht, wurde nach Angaben der Staatsanwaltschaft Würzburg am Mittwochabend festgenommen. Der gelernte Psychologe und Hedge-Fonds-Manager aus Aschaffenburg soll mit einem Anlagefonds internationale Großbanken um etliche Millionen Euro gebracht haben. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur dpa geht es um einen Schaden von etwa 200 Mio. Euro, der US-Wirtschaftsdienst Bloomberg nannte sogar einen Schadenshöhe von 400 Mio. Dollar (270 Mio Euro). Bloomberg zufolge betrifft der Verlust internationale Banken wie Barclays, J.P. Morgan und BNP Paribas.

Die Anwälte des 50-Jährigen von der Münchner Kanzlei Lutz Libbertz kündigten an, dass sie Haftbeschwerde gegen die Untersuchungshaft einlegen werden. Der Milliardär soll sich nicht an Anlagerichtlinien gehalten haben, die unter anderem angeblich mit einer britischen und einer französischen Bank vereinbart wurden. Bloomberg zufolge soll der Mann das Vermögen seines Hedge-Fonds namens K1 größer dargestellt haben, als es ist, um an Kredite zu kommen.

Ob auch deutsche Anleger von den angeblichen Machenschaften des Managers betroffen sind, war zunächst unklar. Am Mittwoch hatte die Polizei die Wohnung des zweifachen Familienvaters sowie weitere Objekte durchsucht. Er wurde festgenommen.

Hedge-Fonds sind besonders spekulative Fonds, die kurzfristig möglichst hohe Erträge erwirtschaften sollen. "Hedge" steht eigentlich für den Versuch, eine Investition gegen Risiken - wie etwa Kurseinbrüche oder Wechselkursveränderungen - abzusichern. Hedge-Fonds setzen auf die absolute Rendite unabhängig vom Marktumfeld.

Der 50-Jährige war bereits 2001 in die Schlagzeilen geraten, als das Bundesamt für das Kreditwesen der Aschaffenburger Fondsgesellschaft K1 Fonds GbR das Geschäft untersagte. Der alleinige Gesellschafter - der nun Festgenommene - hatte nach damaligen Behördenangaben unerlaubt eine Finanzportfolio-Verwaltung geführt.

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