Bilanz 2012: Welche Fondsmanager die Krise rocken

Bilanz 2012
Welche Fondsmanager die Krise rocken

Wenn ein Aktienfonds in einem Jahr 30 oder 40 Prozent gewinnt, ist das hervorragend. Anleger horchen auf, denn von solchen Gewinnen träumt jeder. Was ein Manager wirklich kann, zeigt sich jedoch erst über viele Jahre.
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DüsseldorfDer Job eines Fondsmanagers ist beinhart. In kaum einer anderen Branche lässt sich die Leistung der Führungskräfte und Mitarbeiter so einfach ablesen wie bei den professionellen Geldverwaltern. Anleger können täglich die erzielten Renditen im Vergleich zum Markt und den vorgegebenen Anlagezielen vergleichen. Wer seine Vorgaben übertrifft, wird schnell zum Investment-Guru. Wer es nicht schafft, muss um Ruf und Job bangen.

Vergleiche von Fondsrenditen erwarten die Verwaltern daher mit Hoffen und Bangen. Für Privatanleger sind sie hoch interessant, zeigen sie doch, welche alten Hasen und junge Talente eines möglichen Investments würdig wären. Zwar wissen erfahrene Anleger: Erst wenn ein Fonds auch mittelfristig eine ansehnliche Rendite erwirtschaftet, ist ein Produkt aus Anlegersicht wirklich erstklassig. Das kann man von den Rendite-Siegern 2012 noch nicht sagen. Trotzdem lässt der Blick aufs vergangene Jahr Rückschlüsse für die private Anlageentscheidung zu.

Der Datensammler Feri EuroRating hat für das Handelsblatt 36 Fondskategorien untersucht, um festzustellen, in welchem Bereich Anleger am besten verdienen konnten. Nicht alle Bereiche entwickelten sich gut: Goldfonds liegen etwa ganz am Ende. Aktienfonds belegen dagegen 2012 die vorderen Ränge. Im Schnitt entwickelten sich - wenig verwunderlich - Aktienfonds mit Schwerpunkt Deutschland am besten.

Jede dieser 36 Fonds-Kategorien hat einen Siegerfonds, der gegenüber der Vergleichsgruppe besonders gut abgeschnitten hat. Bei deutschen Aktien ist das zum Beispiel ein Produkt der größten deutschen Fondsgesellschaft, der Deutsche-Bank-Tochter DWS.

Betrachtet wurden von Handelsblatt Online nur die 20 Top-Fondsmanagern im Jahre 2012, die jeweils in ihrem Vergleichsfeld siegten und dabei Renditen von mehr als 20 Prozent schafften. Für ein Jahr sind das fantastische Ergebnisse, doch man sollte sie relativieren. Denn: Von diesen 20 Top-Fonds können bisher nur elf auf eine Historie von mindestens fünf Jahren verweisen.

In ihrer jeweiligen Vergleichsgruppen waren diese elf im vergangenen Jahr zwar alle Top. Doch im Fünfjahresvergleich ist dies keineswegs so. Vier Manager schnitten mittelfristig schlechter als der Schnitt ab. Es bleiben also sieben, die auch für konservativere Anleger einen genaueren Blick lohnen.

Dies sind folgende Fonds:

Darüber hinaus fallen drei Fonds auf, die zwar wegen ihrer Performance nicht unter den Top20 sind, aber in ihren jeweiligen Kategorien Spitze sind und zudem ihre Vergleichsgruppe in den vergangenen fünf Jahren deutlich geschlagen haben. Dies sind:

Wie wichtig der langfristige Vergleich für Fondsanleger ist, zeigt ein weiterer Vergleich.

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Wer die Konkurrenz das Fürchten lehrte

Kommentare zu "Welche Fondsmanager die Krise rocken"

Alle Kommentare
  • Wahrscheinlich ist der Autor dieses Aufsatzes Finanzberater: Beispiel seine Aussagen zu Renaissance Ottoman von Aziz Unan (IE00B0T0FN89.
    Die Performance dieses Titels ist in 5 Jahren der Faktor von ca. 1,25. Das macht ca. 4,6% p.a. Ausgabeaufschlag ist 5% und 1,75% p.a. für das hervorragende Management. (Alle Daten aus Onvista.)Das macht unterm Strich ca 2% p.a. Immerhin besser als Bargeld, allerdings mit Verlustrisiko.
    Der Autor sagt zwar nicht, mit welcher Gruppe verglichen wird. Sie müßte Perforance on ca. minus 6% p.a. haben.
    Tolle Info und Empfehlung

  • In einer durch poltitische Maßnahmen dauerhaft am Leben erhaltenen Krise noch Gewinne zu erzielen grenzt an ein Glücksspiel.

  • "Obwohl den Fondsgesellschaften das Dopppelbesteuerungsproblem bekannt ist, kümmern sie nicht nicht darum."

    Tja der CO2-Zertifikate Abteilung der Deutschen Bank AG wäre das nicht passiert ;)

  • Diese Problematik wird sich sogar noch verschlimmern, wenn die USA ihr FACTA umsetzen.

  • ich möchte noch etwas zu meinen vorigen Kommentar anhängen.

    Die Marktsegmentierung der Privatanleger unterliegen hat folgende Konsequenzen:

    (1) Es wird zu viel Nachfrage in für Privatanleger zugänglichen Marktsegmenten erzeugt, sodass notwenige Liquiditätsprämien weggejazzed werden
    - Beispiel: HY Loan ETFs, die nur in liquide Darlehen investieren dürfen => Die Schwankungen der Liquiditätsprämie sind aber die "Spielwiese" für abnormale Renditen.
    - Beispiel: Populäre Aktientitel sind dermaßen liquide, dass "Riding the Bubble" die mächtigste Strategie ist.
    Kurzum Privatanleger bekommen faktisch nie eine Liquiditätsprämie gewährt. Das ist das Correlation-One Problem, dem nicht einfach entfliehen kann in dem man in eine andere hochgejazzte Assetklasse umschichtet, wo es Aribtragemöglichkeiten dazwischen gibt (z.B. der Composite-Hedge zwischen Aktien und Unternehmensanleihen)

    (2) Es gibt Mindestanlagesumme bzw. Mindesttransaktionsgrößen, die selbst HNWs (bis auf extrem reiche Ausnahmen) garnicht erreichen können (bzw. sich darauf einlassen sollten). Bezogen aufs Nominal sind Privatanleger vom Großteil des Finanzmarkt ausgeschlossen. Selbst Versuche z.B. über Fondskonstruktionen dem Stückelungsproblem entgegen zu treten funktionieren i.d.R. nicht, weil man dann gegen irgendeine Restriktion des Gesetzgeber stoßen wird. Die Transaktionskosten um den Wünschen des Gesetzgeber zu entsprechen egalisieren dann die Vorteile für Privatanleger.

    (3) Investmentfonds haben vor allem gemein, dass sie (in Raten) Putable sind, d.h. Anleger können einfach ihr Geld zurückverlangen. Ob es dann für einen Investment überhaupt sinnvoll ist seine Investments zum aktuellen Zeitpunkt aufzulösen ist dann total egal: Die Zeche zahlen die verbliebenen Anleger (d.h. die nicht den Put ausführten). Kurz gesagt: Managed Accounts sind wie treue Ehefrauen, und Investmentsfonds für Privatanleger wie Prostituierte. Die Damen können nix dafür, weil sie in ihre Kaste so reingeboren wurden.

  • Vorsicht bei ausländischen thesaurierenden Fonds!

    Bei mir kam das böse Erwachen, als ich einen ausländischen, thesaurierenden Fonds verkauft habe: Die Kursgewinne wurden fast vollständig aufgezehrt durch Steuern. Ursache: Die thesaurierten Erträge werden doppelt besteuert. Mit viel Mühe kann man sich die zu viel gezahlten Steuern zumindest teilweise vom Finanzamt zurückholen. Aber wer will seine Zeit mit lästigem, bürokratischen Kleinkram vergeuden? Hinzu kommt, dass die Rückerstattung zeitversetzt erfolgt.

    Inwzischen werden sehr viele Fonds in Luxemburg aufgelegt. Man erkennt sie daran, dass die ISIN mit "LU" beginnt. Obwohl den Fondsgesellschaften das Dopppelbesteuerungsproblem bekannt ist, kümmern sie nicht nicht darum. Das zeigt, dass es ihnen primär um ihr eigenes Wohl geht. Die Thesaurierung ist für sie bequemer als die Ausschüttung.

    Ich kann daher nur warnen vor ausländischen thesaurierenden Fonds.

  • ich finde die Artikel immer witzig wo suggeriert wird, dass "die Deutschen" zu wenig in Aktien investieren: 5%(!)

    (1) Es sei zu viel Cash an der Seitenlinie (40%). Stellen Sie sich mal vor wie die Konjunktur boomen würde, wenn diese Gelder für den Erwerb von Gebrauchs- und Verbrauchsgegenständen ausgegeben wird (anstatt in Finanzprodukte). Ja die Liquiditätspreferenz ist nicht nur bei institutionellen Investoren verbreitet. Aber einiges an Cash wird auch nicht geparkt für kurz- bis mittelfristige Konsummöglichkeiten.

    (2) Die 30% in Policen kommen ja vor allem durchs Riestern und sonstigen staatlichen Anreize zu Stande. Sollen die Leute jetzt ihre Policen alle kündigen, um in Fonds zu investieren?

    (3) Pensionsrückstellungen sind mit 6% echt nicht so doll. Das ist aber auch das Resultat von den zunehmend schlechteren Arbeitsverträgen. Wenn ich nur an meinen Vater denke dessen Renten aus ca. 2/3 Betriebsrente besteht. Davon werde ich nur träumen können. Dieser schleichende Prozess der letzten Jahrzehnte ist den meisten Leuten im Arbeitsmarkt garnicht klar.

    (4) Die 5% für Anleihen (scheint ja alles zu sein, Corporates plus Sovereigns) ist echt wenig. Aber wenn 30% in Versichungspolicen steckt, dann relativiert sich das Bild (d.h. Das Exposure zum Anleihenmarkt sind nicht 5%, sondern eher 30+x %).

    (5) haha. Sehr geschickt, Aktien, (undefinierte) Investmentzertifikate und Beteiligungen seperat "klein aussehen" zu lassen. Beteiligungen sind blöd gesagt nur die "private placement" Varianten von "public" Aktien => Alles Equity artiges Exposure. Und bei Investmentzertifikaten handelt es sich auch nur (synthetisch dargestelltes) Exposure was i.d.R. Marktpreisrisiken vergleichbar mit Equity abbilden.

    Das schlimmste aber ist, dass Privatanleger quasi Opfer der Marktsegmentierung sind, d.h. sie sind aufgrund ihrer kleinen Anlagebeträgen und der Tatsache dass sie dem Verbraucherschutz unterliegen auf bestimmte Assetklassen und Investmentvehikel beschränkt.

  • Wenn man sich die Liste anschaut, dann sieht man eindeutig, dass die vollmundig vor allem in den TV-Medien auftretenden Vertreter dieser Zunft nicht dabei sind. Man vergleiche einfach mal die Gesichter, die bei n-tv auftreten mit denen in dieser Liste. – Ein Schelm der glaubt, dass hier von zwei Seiten Nieten am Werke sind.

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