Bill Gross
Anleihekönig entschuldigt sich bei Anlegern

Ein "schlechtes Jahr" für Bill Gross: Der Manager des weltgrößten Anleihefonds durchlebt ein miserables Jahr. In einem Brief an Investoren hat sich Gross jetzt entschuldigt.

DüsseldorfDer Brief an die Investoren hat einen ungewöhnlichen Titel: "Mea Culpa" - lateinisch für "Meine Schuld" - hat Bill Gross das Schreiben genannt, mit dem er sich am Wochenende bei seinen Anlegern entschuldigte. Gross verwaltet den sogenannten Total Return Fund des Vermögensverwalters Pimco. Er ist mit 242 Milliarden Dollar der größte Anleihefonds der Welt und war lange Zeit so erfolgreich, dass er Gross den Spitznamen "Bond King" einbrachte.

Doch der Anleihekönig hat sich verzockt. "Ich habe einfach ein schlechtes Jahr", schreibt er in dem Brief, in dem er versucht, das schlechte Abschneiden seines Fonds zu erklären.

Gross, der gemeinsam mit Mohamed El-Erian auch der Investmentchef der Allianz-Tochter ist, hat heftig gegen US-Staatsanleihen gewettet - und verloren. Er verpasste die Rally bei US-Papieren. Sein Fonds ist bislang nur 1,06 Prozent im Plus. Ein Vergleichsindex von Barclays Capital legte 3,99 Prozent zu. In den vergangenen Jahren waren Gross' Anleger Renditen von durchschnittlich rund acht Prozent gewohnt.

Der Bond-König gelobt Besserung. Sein Fonds sei auf eine Welt eingestellt gewesen, in der es zwei Prozent reales Wirtschaftswachstum und zwei Prozent Inflation gegeben hätte - eine Welt, die bei Pimco "The New Normal" heißt. Doch das, räumt Gross ein, sei falsch gewesen. Er rechnet nun in den nächsten Quartalen mit null Prozent Wachstum in westlichen Ländern und habe sein Portfolio entsprechend darauf eingestellt. Gross, der in seinem Brief häufig Baseball-Analogien aufzeigt, versicherte: "Für uns ist das der Anfang einer neuen Saison."

Astrid Dörner ist Korrespondentin in New York.
Astrid Dörner
Handelsblatt / Deskchefin Agenda
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