Bill Gross

Auch ein Bondkönig kann irren

Für Anleiheguru Bill Gross läuft es derzeit nicht gut: Sein Investmentfonds schneidet viel schlechter als die Konkurrenz ab. Die Entscheidung, alle US-Staatsanleihen abzustoßen, könnte sich als großer Fehler erweisen.
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Bondkönig Bill Gross auf dem Holzweg? Quelle: dapd

Bondkönig Bill Gross auf dem Holzweg?

(Foto: dapd)

FrankfurtIm Frühjahr sorgte Fondsmanager Bill Gross für Furore, als er ankündigte, er habe alle US-Staatsanleihen verkauft. Ist die Strategie aufgegangen? Bis jetzt nicht. Sein Pimco Total Return Bond Fund entwickelt sich in diesem Jahr so schlecht wie lange nicht.

Genauer gesagt schneidet sein 245 Milliarden Dollar schwerer Vorzeigefonds auf Jahressicht schlechter ab als 67 Prozent der vergleichbaren Fonds. Im August hinkte Gross mit seinem Fonds sogar 89 Prozent der Konkurrenten hinterher, wie Bloomberg-Daten zeigen. Der Fonds der Allianz-Tochter Pimco erzielte eine magere Rendite von 3,9 Prozent. Sein Vergleichsindex, der BarCap US Aggregate Total Return Value Index, schaffte 6,6 Prozent.

„Gross war zu vorsichtig“, resümiert Andreas Köchling, Fondsanalyst beim Ratinghaus Feri Eurorating. Angesichts der US-Schuldenkrise, Inflationssorgen und des niedrigen Zinsniveaus habe er sich im Frühjahr zu kurzfristig aufgestellt. Allein 14 Prozent des Fondsvermögens waren in Dreimonatspapieren investiert. Bei US-Staatsanleihen habe Gross immerhin einen Kurssprung von bis zu 15 Prozent seit Mai verpasst, rechnet Köchling vor.

Die Entscheidung, US-Staatsanleihen komplett abzustoßen, sei sein gravierendster Fehler gewesen, meint Eric Jacobson, Fondsanalyst beim Ratinghaus Morningstar. Im zweiten Quartal wettete er fast elf Milliarden  Dollar auf einen Index, der Kreditrisiken von US-Firmen abbildet, verkaufte Kreditausfallversicherungen auf Staatsanleihen und investierte 1,3 Milliarden  Dollar in italienische Staatsanleihen mit Inflationsschutz.

Ausverkauf von US-Staatsanleihen erwies sich als Fehlschlag
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7 Kommentare zu "Bill Gross: Auch ein Bondkönig kann irren"

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  • Aktien sind keine Sachwerte, denn Sie arbeiten grösstenteils mit Fremdkapital und in Rezessionen oder schlimmen Wirtschaftkrisen entlassen Sie Personal und Produkte stehen in den Hallen wertlos rum und die Konzernlenker müssen sich den Kapitalgebern beugen.

    Sogenannte Hellseher die sich Aktien im glauben als Inflationsschutz zulegen stehen am Ende mit nichts da , wenn in der Krise das Fass zum überlaufen gebracht wird.

    Nochmal ..Finger weg von Aktien wenn die Schuldenkrise überhand gewinnt.

  • Guten Tag,.... Bill Gross und sein Kumpan El Erian haben gegen Amerikanische Staatsanleihen gewettet. In anderen Worten das getan was wir Europaer staendig tun. Wir pissen in die eigene Suppe und saufen sie auch noch. Die Teflonpfanne will Wetten gegen Banken verbieten. ( Selit die Armen an Geiste sie werden Idioten genannt ).Also rede keiner mir ein dieser Bondkoenig waere ein genialer Patiot. Wenn Ich etwas nicht fresse, dann sind es Verraeter,... Verraeter am eigenen Volk. Besten Dank

  • Wow da spricht die Kompetenz als Banker (Ironie aus). Hat Google Schulden ist McDonalds gut aufgestellt ... Als wenn es nur E.On geben würde. So schwer ist es nicht sich die Bilanz anzuschauen.

    Wenn Aktien als Unternehmensanteile an Gebäuden, der Leistung der Mitarbeiter, Technologie ... nichts sind, was ist dann Papier mit Zahlen drauf. Nicht umsonst steht auf der US Papierwährung in God we trust. Also nichts anderes, als wenn das Vertrauen in die Währung schwindet, dann ist es nichts mehr Wert. Sie disqualifizieren sich wie viele Trolls selber.

  • Sobald das Zinstief beendet ist und langfristig werden die Zinsen kräftig steigen und der Bund-Future wird massiv fallen ist das System am Ende. Die Zinsen und damit auch die Schulden. Durch Demographie und fallende Einkommen wird das System letztendlich durch einen Reset geführt . Riester Renten,Lv +Rentenansprüchen sind wertlos und Banken und Unternehmensterben beginnt.

    Hoffen wir das die Zinsen noch deutlich gedrückt bleiben - allerdings je länger desto stärker der Anstieg.
    Und Aktien sind keine Sachwerte . Eon hat ca. 30 Milliarden Euro Schulden. Vorsicht bei Aktien!!!!!!

    Bargeld (Euro!!!) und Gold ist das Gebot der Stunde.

  • Die Zinsen werden überall "künstlich" niedrig gehalten. Sobald die Anleihezinsen zum Beispiel für Bundesanleihen oder Us Bonds nach oben schiessen und sich verdoppeln ( was jederzeit möglich ist auf dem niedrigen Niveau) ist das Spiel aus und alle Banken sind dicht. Selbst im sicher geglaubten Deutschland würde bei höheren Zinsen ganz schnell das Licht im Bundeshaushalt ausgehn, was Schäuble auch weiss.

    Höchst gefährliche Situation und bitte die niedrigen Zinsen nicht noch loben -> sie werden sich als Droge und Gift herausstellen in ein paar Jahren und Firmeninsolvenzen verursachen und eine nicht mehr kontrollierbare Phase womöglich darstellen, dafür kann allerdings der Euro nichts ...da sitzt Amerika auch kräftig mit im Boot und vieles wird sich ändern.

  • Recht hat er sicherlich gehabt, nur nicht bekommen. Warum: Ob Anleihen, Aktien, Gold (manche sagen spöttisch auch Schrott) - solange der "große Manupilator" am Markt tätig ist, ist nichts sicher. Dieser Bananke (FED)beeinflusst einfach alles, bis es ihm "um die Ohren fliegt", was unweigerlich irgendwann der Fall sein wird. Das ganze nennt man dann MARKT, man kann auch sagen Spiel.
    Deshalb Spielcasino, dass ist ehrlicher.

  • Bill Gross hat sich nicht geirrt. Er hat eine enorme Verantwortung, eine Verpflichtung gegenüber seinen Anlegern, die er durch weitsichtiges Verhalten erfüllt und nicht auf kurzfristige Trends setzt.
    Er hat mein vollstes Vertrauen und Zustimmung für seine weitsichtigen Entscheidungen, ein Fels in der Brandung. Solchen Profis kann man bedenkenlos sein Vermögen anvertrauen, nicht den Zockern.
    In einem Jahr werden wir die Entscheidungen von Herrn Gross verstehen.

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