Bill Gross wieder erfolgreich

Starinvestor steuert auf bestes Quartal seit Pimco-Abgang zu

Bei Pimco verwaltete Bill Gross den größten Rentenfonds der Welt – nach seinem Abgang versprach der Starinvestor, seinen Erfolg bei Janus fortzusetzen. Das gelingt: Bisher zählt er zu den besten Fondsmanagern des Jahres.
Nach einem Streit mit der Allianz-Führung, die Gross’ Finanzfirma Pimco gekauft hatte, verließ Gross den Konzern. Quelle: Reuters
Streit mit Allianz

Nach einem Streit mit der Allianz-Führung, die Gross’ Finanzfirma Pimco gekauft hatte, verließ Gross den Konzern.

(Foto: Reuters)

Los AngelesBill Gross schließt sein bestes Quartal ab, seit er den Janus Global Unconstrained Bond Fund übernommen hat. Der Fonds kommt dieses Jahr auf einen Ertrag von fast zwei Prozent und gehört damit zu den oberen elf Prozent seiner Wettbewerber, die Morningstar Inc. beobachtet.

Auch wenn drei Monate für Investmentfondsmanager ein kurze Zeitraum sind, erklärte Gross, die Leistung sei ein gutes Vorzeichen im Handelsbereich, den er jahrzehntelang bei Pacific Investment Management Co. dominiert hatte – bis zu seinem Weggang im September 2014.

Die größten Anleihe-Deals aller Zeiten
Platz 13: France Télécom - heute Orange
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Die Anleiheplatzierung über 16,4 Milliarden Euro von France Télécom liegt mehr als anderthalb Jahrzehnte zurück – der Bondverkauf vom 6. März 2001 ist aber bis dato der größte Deal am Anleihemarkt eines Unternehmens aus dem Euro-Raum. Seinerzeit war es sogar die weltweit größte Unternehmensanleihe. Grund für den Kapitalhunger der Franzosen war die Refinanzierung der teuren UMTS-Lizenzen und die Übernahme des Mobilfunkkonzerns Orange. Im Sommer 2013 hat sich France Télécom in Orange umbenannt. Wie alle Mega-Anleihen gab es dabei verschiedene Tranchen mit verschiedenen Laufzeiten. Dazu sammelten die Franzosen das Geld in verschiedenen Währungen – Dollar, Euro und Britischem Pfund – ein.

Quelle: Dealogic

Platz 12: Roche
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Das Schweizer Pharmaunternehmen Roche begab acht Jahre nach France Télécom einen Mega-Bond und sammelte am 18. Februar 2009 16,5 Milliarden Dollar mit einer Anleihe ein. Damit refinanzierte Roche einen Teil der Komplettübernahme der US-Tochter Genentech.

Quelle: Dealogic

Platz 11: Amazon
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16 Milliarden Dollar hat sich der Online-Händler am 15. August 2017 geliehen. Das Geld braucht der Konzern, um den Brückenkredit für die Übernahme von Whole Foods Markets zu refinanzieren. Amazon teilte den Bond in sieben verschiedene Laufzeiten von drei bis 40 Jahren auf. Die Zinskupons variierten zwischen 1,9 für die drei- und 4,25 für die 40jährige Tranche.

Quelle: Bloomberg

Platz 10: AbbVie
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Am 5. Mai 2015 lieht sich der US-Pharmakonzern AbbVie auf einen Schlag 16,7 Milliarden Dollar bei Anleiheinvestoren. Zuvor hatte der Pharmakonzern 21 Milliarden Dollar gezahlt, um den Spezialanbieter Pharmacyclics zu übernehmen.

Quelle: Dealogic

Platz 9, Teil 1: Microsoft
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Der US-Konzern hat am 30. Januar die größte Anleihe des Jahres 2017 begeben. Der Softwaregigant begab Bonds in sieben verschiedenen Dollar-Tranchen über zusammen 17 Milliarden US-Dollar. In der Liste der Top-Ten der größten Bond-Emissionen taucht Microsoft damit gleich zweimal auf. Anleihen über 17 Milliarden Dollar haben aber auch noch zwei weitere US-Unternehmen begeben.

Quelle: Dealogic

Platz 9, Teil 2: Medtronic
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Der amerikanische Medizintechnikkonzern Medtronic hatte 2014 die irische Covidien für 43 Milliarden Dollar übernommen. Einen Teil davon refinanzierte Medtronic am 1. Dezember 2014 mit einer Mega-Anleiheplatzierung über insgesamt 17 Milliarden Dollar.

Quelle: Dealogic

Platz 9, Teil 3: Apple
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Auch Apple holte sich auf einen Schlag 17 Milliarden Dollar am Anleihemarkt, und zwar am 30. April 2014. Das war damals die größte Bond-Emission. Der iPhone und iPad Konzern brauchte das Geld aber nicht für eine Übernahme, sondern um die Dividende zu erhöhen und Aktien zurückzukaufen. Dabei diente die Bond-Emission als Steuersparmodell. Der Grund: Apple hatte Barreserven von 145 Milliarden Dollar, von denen 102 Milliarden Dollar außerhalb der USA kurzfristig geparkt waren. Bei einer Überweisung dieser Gelder in die USA wären Steuern fällig geworden.

Quelle: Dealogic

Nach seinem Wechsel zu Janus Capital Group Inc. hatte der Fondsmanager im März 2015 angekündigt, seine Erfolgsbilanz innerhalb von zwei bis vier Jahren zu erneuern und seine Konkurrenten wieder zu schlagen. Im bisherigen Jahresverlauf entwickelte sich der Fonds überdurchschnittlich dank Investments in Wertpapiere aus Schwellenländern, die andere mieden, sowie durch den Abschluss von Einnahmen generierenden Swapgeschäften, um in einer Ära negativer Zinsen die Erträge aufzubessern.

Der Fonds, den Gross zusammen mit Kumar Palghat verwaltet, kam Ende Februar auf eine effektive Laufzeit von 1,13 Jahren. Eine kurzfristige Ausrichtung schützt seiner Aussage nach zwar vor Änderungen der Zinssätze, setzt ihn aber mehr Kredit-, Währungs- und Volatilitätsrisiken aus.

„Wenn wir mit reinen Anleihen kein Geld machen können, dann lasst uns Geld mit anderen Sachen verdienen“, sagte der 71- jährige Gross im Februar im Gespräch mit Bloomberg in Newport Beach, Kalifornien.

Der Fonds profitierte von einer Erholung an den schwer in Mitleidenschaft gezogenen Schwellenländern. Der Webseite von Janus zufolge kamen per 29. Februar 36 Prozent der Anlagen aus aufstrebenden Märkten, weitgehend lateinamerikanische Schuldpapiere. Die größten zehn Positionen umfassten auch verkaufte Kreditausfallswaps zur Absicherung gegen Kursausschläge bei Verbindlichkeiten aus Brasilien und Mexiko.

Ähnliche kurzfristige Swaps verkaufte er in diesem Quartal den Anlegern, die sich um einen Rückgang des Rohölpreises unter 25 Dollar je Barrel sorgten, wie Gross in einer E-Mail mitteilte. Im Rahmen seiner Swap-Verkauf-Strategie zahlt die Absicherung aber nur, wenn ein „drei oder vier Standardabweichungen-Ereignis auftritt, eine Art ‚Grauer Schwan‘“, sagte er. Als „Schwarze Schwäne“ werden im Gegensatz dazu extrem seltene Ereignisse bezeichnet.

„Ich bin davon besessen, alle zu schlagen“, sagte Gross in dem Interview. „Ich habe eine Liste mit 50 Wettbewerbern und will verdammt sein, wenn ich mir nicht jeden einzelnen von ihnen anschaue.“

  • Bloomberg
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