Biotechnologie: Indexfonds locken Anleger mit niedrigen Gebühren

Biotechnologie
Indexfonds locken Anleger mit niedrigen Gebühren

Werner Hedrich schätzt ETFs. Die an der Börse gehandelten Indexfonds - das Kürzel steht für Exchange Traded Funds - überzeugen den Leiter des Fonds-Researchs bei Morningstar Deutschland vor allem wegen ihrer schlanken Kostenstruktur.

HB HAMBURG. "Eine Managementgebühr von nur 0,5 Prozent pro Jahr sucht man bei vielen aktiv verwalteten Fonds vergeblich", so Hedrich. Meist werde dort das Doppelte oder sogar das Dreifache fällig, vor allem, wenn es sich um sehr spezialisierte Produkte handele.

Da passt es ins Bild, dass auch im jüngsten Zwölf-Monats-Vergleich von 61 auf Aktien aus dem Gesundheitswesen spezialisierten Branchenfonds zwei ETFs zur Spitzengruppe gehören. Der Dow Jones Stoxx 600 Health Care (Ex) der Hypovereinsbank-Tochter Indexchange belegt mit einem Zuwachs von 30,79 Prozent Rang drei, der Streettracks MSCI Europe Health Care von State Street folgt unmittelbar dahinter (Tabelle).

Wie der enge Abstand vermuten lässt, unterscheiden sich die beiden Angebote nur marginal voneinander. Die Gesamtkostenbelastung ist mit 0,52 bzw. 0,53 Prozent nahezu identisch, und auch die jeweils nachgebildeten Indizes weisen viele Gemeinsamkeiten auf.

In beiden Fällen handelt es sich um eine Wette auf die fünf führenden europäischen Pharmakonzerne Glaxosmithkline, Novartis, Roche, Sanofi-Aventis und Astrazeneca, die mehr als 80 Prozent ausmachen. "Das muss jedem Käufer bewusst sein", sagt Hedrich und rät Anlegern, die breiter aufgestellt sein wollen, zu global investierenden und auch den Biotech-Sektor umfassenden Fonds wie dem aktuellen Spitzenreiter ACM International Health Care.

Einen weiteren von Indexchange angebotenen Pharma-ETF hält der Morningstar-Experte aufgrund der fehlenden Streuung sogar für "ausgemachten Blödsinn": Beim Dow Jones Euro Stoxx Health Care ex der Münchener Gesellschaft bleiben Aktien aus Großbritannien und der Schweiz außen vor, deshalb stellt Sanofi-Aventis dort mehr als 63 Prozent des Portfolios. Hedrich: "Damit wird die Fondsidee ad absurdum geführt." Tatsächlich war der Dow Jones Euro Stoxx Health Care ex, der vor kurzem ebenfalls noch zu den Top Ten seiner Vergleichsgruppe zählte, in der Vergangenheit deutlich höheren Schwankungen unterworfen als die beiden übrigen ETFs. "Wir decken mit unseren Fonds allgemein anerkannte Indizes ab, und der Dow Jones Euro Stoxx Health Care gehört zweifelsohne dazu", kontert Indexchange-Vorstand Götz Kirchhoff. Zudem spreche Indexchange nur informierte Anleger an und weise in den Verkaufsprospekten ausdrücklich auf entsprechende Risiken hin. Breiter gestreute ETFs auf einen weltweiten Healthcare-Index will die Gesellschaft nicht auflegen. Kirchhoff: "Ein typischer ETF-Käufer sucht vor allem regionale oder länderspezifische Chancen."

Autor: Egon Wachtendorf, Der Fonds

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