Biotechnologie- und Pharma-Fonds
Gesundheits-Aktien begeistern Anlageexperten

Kopfschmerzmittel benötigten Manager von Gesundheitsfonds beim jüngsten Abwärtstrend an der Börse nicht. Spekulative Investoren hatten Pharmawerte während des dreijährigen Aufstiegs nicht im Visier gehabt, folglich waren sie auch vom Ausverkauf weniger betroffen.

HAMBURG. Benjamin Chang, Manager des Fortis Fund Equity Pharma Europe, spricht sich derzeit noch aus weiteren Gründen für die Branche aus: "Die Menschen werden älter. Außerdem ändert sich ihr Lebensstil, Fettleibigkeit und Diabetes häufen sich." Einige Firmen stünden bereits mit entsprechenden Produkten in den Startlöchern, wie Novartis mit einem Mittel gegen Bluthochdruck und Sanofi Aventis mit einer Diätpille.

Chang räumt jedoch ein, dass die Forschung nicht bei allen Konzernen so weit fortgeschritten sei. Zudem kämpften viele Pharmafirmen mit auslaufenden Patenten und Nachahmerprodukten. "Die Titelauswahl ist in diesem Sektor ganz entscheidend", so der Fortis-Manager, der im jüngsten Zwölf-Monats-Vergleich von 89 auf die Gesundheitsbranche spezialisierten Aktienfonds Rang vier belegt.

Neben Pharma-Unternehmen hat Chang auch andere Firmen des Gesundheitswesens und der Biotechnologie im Blick. Letztere machen aktuell aber nur vier Prozent des Portfolios aus, obwohl Chang ihnen viel Potenzial zuspricht. Aus Liquiditätsgründen meidet er aber Firmen, die nicht eine Marktkapitalisierung von mindestens 100 Millionen Euro aufweisen. "Da wir nur in Europa tätig sind, sind die Möglichkeiten gering", so Chang.

Anders sieht es beim Spitzenreiter UniSector GenTech von Union Investment aus. Das Portfolio des weltweit anlegenden Fonds besteht zu 100 Prozent aus Biotech-Firmen. "Die Aussichten für Pharmatitel sind gut, doch für Biotech sind sie noch besser", sagt Union-Manager Sébastien Buch. Sie dienten als Innovationsquelle für die gesamte Gesundheitsindustrie. Im Falle einer erfolgreichen Produktentwicklung sei das Kurspotenzial zudem höher als bei Pharmatiteln. "Allerdings ist auch die Volatilität höher, und es gibt eine starke Kluft zwischen strahlenden Gewinnern und gescheiterten Hoffnungsträgern", so Buch.

Jan Richter vom Münchner Beratungsunternehmen Fondsconsult empfiehlt langfristig ausgerichteten Anlegern, sich bei der Auswahl nicht auf einen einzelnen Teilsektor zu beschränken. Folglich stehen weder der Fortis-Fonds noch der UniSector GenTech auf seiner Empfehlungsliste für Gesundheitsfonds. Statt dessen rät Richter zum Oppenheim Pharma/w Health oder zum DWS ZI Life Science. Beide Fonds hätten ein stabiles Management, verfolgten einen erprobten Managementansatz und die Performance sei seit Jahren gut.

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