Börse Berlin steigt in Handel mit „gebrauchten“ Anteilen ein
Neuer Markt für geschlossene Fonds

Die Börse Berlin steigt in das Geschäft mit gebrauchten Anteilen an geschlossenen Fonds ein. Den Handel wird die Zweitmarkt Plus AG organisieren, an der die Börse Berlin und die Beteiligungsgesellschaft Quorum in Bremen je zur Hälfte beteiligt sind. Quorum hält ebenfalls Gesellschaftsanteile an der auf dem Zweitmarkt tätigen HTB.

rrl DÜSSELDORF. „Wir streben an, im ersten Quartal 2007 mit dem Börsenhandel von Anteilen an geschlossenen Fonds zu beginnen“, sagte Frank Heimsaat, Vorstand der Zweitmarkt Plus AG. Das Konzept der Zweitmarkt Plus werde dem der Fondsbörse Hamburg ähneln, sagte Heimsaat. Das Unternehmen werde sich zunächst auf Immobilien- und Schiffsfonds konzentrieren.

Fondsexperte und -statistiker Stefan Loipfinger erwartet in diesem Jahr mehr als 500 Mill. Euro Umsatz mit gebrauchten Fondsanteilen. Um das schnell wachsende Geschäft konkurrieren bereits mehrere, teils von Fondsinitiatoren und institutionellen Anteilekäufern aufgebaute Handelsplattformen.

Heimsaat kommt von der Ratingagentur Scope Group, die gestern seinen Abgang meldete. Gleichzeitig gab Scope bekannt, dass die Bauhaus-Universität Weimar neue Partnerin für das Rating offener Immobilienfonds wird.

Scope verliert mit Heimsaat erneut einen führenden Analysten. Anfang Mai hatte Alexandra Merz, Expertin für offene Immobilienfonds, Scope verlassen. Nach ihrem Ausscheiden hatten einige Fondsanbieter ihre Zusammenarbeit eingestellt oder reduziert. Heimsaat, auf geschlossene Fonds spezialisiert, sollte nach dem Ausscheiden von Merz auch das Rating offener Fonds übernehmen. Er hatte im August auf die Mitgliedschaft in der Scope-Geschäftsführung verzichtet.

Scope kündigte an, die Analyse der Immobilienportfolios stehe „künftig noch stärker im Fokus des Ratingprozesses“. Die Bauhaus-Universität wird Scope zufolge Rendite-Risiko-Relationen bei Fondsobjekten unter anderem mit Hilfe von Sensitivitätsanalysen analysieren. In einem solchen Verfahren wird ermittelt, wie Immobilienrenditen reagieren, wenn sich Einflussgrößen, etwa das Flächenangebot am Standort, verändern.

Im Analysemarkt für offene Immobilienfonds wird Scope auf den früheren Partner Bulwien-Gesa als Konkurrenten treffen. Bulwien-Gesa werde im Januar ein Immobilienrating für offene Fonds vorstellen, sagte Aufsichtsratschef Hartmut Bulwien dem Handelsblatt.

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