Börsen in Unruhe
Carlyle-Fonds vor dem Aus

Die sich ausbreitende US-Finanzkrise sucht sich immer prominentere Opfer. Mit dem bevorstehenden Kollaps des 22 Mrd. Dollar schweren Hypothekenfonds der Beteiligungsgesellschaft Carlyle Group erwischt es nun erstmals einen Ableger der lange Zeit boomenden Private-Equity-Branche. Mitbegründer David Rubenstein versucht die Gemüter zu beruhigen.

NEW YORK. David Rubenstein erwartet keine negativen Auswirkungen der Pleite auf das Stammgeschäft: "Wir betreiben 60 Fonds. Es ist das erste Mal, das etwas gründlich schief gelaufen ist. Die Anleger werden auf lange Sicht erkennen, dass wir die Situation gut gemanagt haben", sagte er dem Handelsblatt.

Das 1987 gegründete Unternehmen aus Washington zählt mit einem verwalteten Vermögen von 76 Mrd. Dollar zu den weltweit größten Finanzinvestoren und spielt damit in einer Liga mit Firmen wie Blackstone, Cerberus und Kohlberg, Kravis Roberts. Im Sommer 2007 stiegen die Vereinigten Arabischen Emirate mit 7,5 Prozent bei Carlyle ein und bewerteten das Gesamtun-ternehmen mit knapp 19 Mrd. Dollar.

Zwar betonte das Management gestern, die Krise des in Amsterdam börsennotierten Fonds Carlyle Capital Corp. (CCC) habe keine signifikanten Folgen für den Mutterkonzern. "Unsere Gruppe hat dem Fonds einen Kredit von 150 Mill. Dollar gewährt. Außerdem sind unsere Mitarbeiter mit etwa 15 Prozent am Fondskapital von 670 Mill. Dollar beteiligt. Darüber hinaus erwarte ich keine finanziellen Auswirkungen", sagte Rubenstein.

Nach der Mitteilung, dass die Rettungsgespräche mit Banken gescheitert seien, stürzte die CCC-Aktie am Donnerstag um mehr als 90 Prozent auf 0,23 Dollar ab. Erst vor wenigen Monaten war der Fonds zu knapp 20 Dollar pro Aktie an die Börse gebracht worden. "Im Rückblick könnte man sagen, dass der Zeitpunkt für den Börsengang nicht gerade günstig war", sagte Rubenstein. Aber man hätte damals nicht mit einer schweren Krise auf den Kreditmärkten gerechnet, die selbst die sichersten Papiere betreffen würde.

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