Börsengehandelte Indexfonds setzen sich durch
"ETF" wird zu einem Kürzel für Erfolg

Das Geschäft mit börsengehandelten Indexfonds boomt. "Exchange Traded Funds" haben unter dem Kürzel "ETF" ihren Siegeszug angetreten. Fachleute erwarten in Europa ein anhaltend rasantes Wachstum. Die größten Optimisten sehen das Vermögen von jetzt 30 Mrd. Euro binnen weniger Jahre bis auf 200 Mrd. Euro explodieren.

Es gibt viele Gründe für den bisherigen Erfolg. Manche Großanleger sind mit den Leistungen ihrer aktiv arbeitenden Vermögensverwalter unzufrieden, weil diese häufig - entgegen dem Anspruch - im Vergleich zur Benchmark einen unterdurchschnittlichen Ertrag abliefern. Da sichern sich die Institutionellen lieber den Indexertrag und setzen dabei auf preiswerte Produkte mit vielseitigen Einsatzmöglichkeiten. Für einen weiteren Schub sorgt die Ausweitung der Angebotspalette, zuletzt mit Fonds auf Messlatten etwa für börsennotierte Immobilienaktien, sozial verträgliche Anlagen oder Gold und Rohstoffe.

Insbesondere institutionelle Investoren nutzen ETFs in immer größerem Maße. Die meisten dieser Produkte beziehen sich auf Aktienindizes wie etwa den Dax oder Euro Stoxx 50, einige wenige auf Benchmarks für Anleihen oder andere Vermögensformen. Sie werden ohne Ausgabeaufschlag während der gesamten Börsenzeiten gehandelt und sind mit niedrigen laufenden Gebühren ausgestattet. Ein weiterer Vorteil gegenüber klassischen Indexfonds oder Investmentfonds im Allgemeinen: Bei ETFs kennt der Anleger bei Ordererteilung den ihm abgerechneten Preis, weil dieser auf dem aktuellen Indexwert basiert. Für Fonds ohne Börsenhandel wird dagegen nur einmal am Tag ein Anteilswert errechnet, der dem Käufer oder Verkäufer bei Auftragserteilung außerdem unbekannt ist.

Nicht nur geringe Gebühren und die transparente Preissetzung zum jeweils aktuellen Indexwert locken. Die Produkte lassen sich auch im Rahmen von kombinierten Kassa- und Terminmarktstrategien einsetzen - ein großer Vorteil für institutionelle Investoren. Weil die Unzufriedenheit mit den Leistungen der aktiven Asset-Manager ohnehin steigt, ziehen diese Vorteile um so mehr. "Unter den deutschen Großanlegern gibt es eine gesunde Debatte über Indexierung - und dieser Anteil an den Portfolios wird wachsen", meint Bruce Lavine, der die europäischen ETF-Aktivitäten bei Barclays Global Investors verantwortet.

Wie empfänglich die Anleger für die Vorteile sind, belegt der Vergleich mit dem ETF-Ursprungsland USA. Dort brauchte das Geschäft viele Jahre, um zu seiner heutigen Blüte zu gelangen. In Europa dagegen startete das Geschäft erst im Jahr 2000 mit einem ETF-Segment an der Deutschen Börse. Dennoch gibt es heute bereits zwölf Handelsplätze und 17 Produktanbieter. Das gesammelte Volumen der weit über 100 Produkte hat die Marke von 30 Mrd. Euro überschritten.

Seite 1:

"ETF" wird zu einem Kürzel für Erfolg

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%