Boom der Nebenwerte
Kleine Unternehmen laufen besser als große

Raus aus MDax und SDax, rein in den Dax - so ist es derzeit fast aus allen Banken zu hören. Aber: Solche Empfehlungen gab es schon 2006 und 2005, ohne dass sich die Märkte darum geschert hätten. Den Boom der Nebenwerte halten Fondsmanager dagegen noch nicht für ausgereizt.

HAMBURG. In den vergangenen zwölf Monaten (Stichtag: 28. Februar) lag der aus 50 Titeln der zweiten Reihe zusammengesetzte MDax mit 16,01 Prozent Zuwachs vor dem Dax-30 mit 15,86 Prozent. Der 50 kleinere Firmen umfassende SDax kam sogar auf 18,25 Prozent.

Deutlich besser noch als alle drei Indizes entwickelten sich einige auf Nebenwerte setzende Aktienfonds wie der Deutsche Aktien Total Return von LRI oder der Lupus Alpha Smaller German Champions. Lupus-Alpha-Manager Peter Conzatti gibt sich überzeugt, dass dies langfristig auch so bleiben wird. "Manche MDax- oder SDax-Titel mögen teuer aussehen, haben aber deutlich bessere Wachstumsperspektiven als Konzerne wie Daimler-Chrysler oder BASF", sagt der Nebenwerte-Spezialist. Letztlich sei gerade im Small-Cap-Bereich die Selektion entscheidend: "Wir messen unsere Leistung zwar an den Indizes, sind aber in Auswahl und Gewichtung frei und nehmen auch kleiner kapitalisierte Unternehmen auf." Derzeit liege die Quote der in keinem der beiden Indizes vertretenen Unternehmen bei rund 20 Prozent.

Als richtig erwies sich in den vergangenen zwölf Monaten unter anderem die prominente Gewichtung von Bauwerten wie Hochtief und Bilfinger & Berger. Einige Neuemissionen wie Manz Automation trugen auch zum guten Abschneiden des Lupus Alpha Smaller German Champions bei. Die jüngste Korrektur sieht der Fondsmanager nicht als dramatisch an. "Es ist nach wie vor genug Geld im Markt, und die Phase der Übernahmespekulationen ist noch nicht vorüber", sagt Conzatti. Gleichwohl rät er, die Erwartungen etwas zurückzuschrauben: "So gute zweistellige Ergebnisse wie 2006 werden wir 2007 nicht mehr sehen."

Mit einem Plus von nur 7,22 Prozent fiel die Ausbeute des bei der DWS aufgelegten FPM Funds Stockpicker Germany Small/Mid Cap eher mager aus. Martin Wirth von der Beratungsgesellschaft Frankfurt Performance Management begründet dies unter anderem mit dem weitgehenden Verzicht auf zyklische Titel wie Salzgitter oder Immobilienaktien wie IVG. "Wir kaufen nur Aktien von Firmen, von denen wir nachhaltig überzeugt sind und deren Geschäftsaussichten wir mit hoher Wahrscheinlichkeit prognostizieren können", betont Wirth. Letzteres sei bei einem von hohen Stahlpreisen abhängigen Unternehmen wie Salzgitter kaum möglich, wohl aber bei moderat bewerteten Tec-Dax-Titeln wie Software AG und Freenet. Aktien aus der Technologiebranche stellen zurzeit mehr als 40 Prozent seines Portfolios.

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