Boomenden Markt für Drittfonds-Verwaltung für institutionelle Kunden
JP Morgan Fleming gründet Master-KAG

Die US-Investmentbank JP Morgan will am Trend zur Bündelung der Verwaltung von Spezialfonds in Deutschland verdienen. Dafür wandelt die Vermögensverwaltung JP Morgan Fleming ihre Kapitalanlagegesellschaft (KAG) zum 1. Oktober in eine Service-Fondsgesellschaft (Master- KAG) um.

rez FRANKFURT/M. In einer Master-KAG kann ein institutioneller Anleger alle seine Spezialfonds verschiedenster Fondshäuser unter einem Dach verwalten lassen. Die Master-KAG steuert die Buchhaltung, hält die Kunden auf dem Laufenden und koordiniert die zunehmend externen Asset-Manager (Grafik).

Laut Bundesverband Investment und Asset Management werden bereits über 20 % des Spezialfondsvermögens von gut 500 Mrd. ¤ nicht mehr von der verwaltenden KAG, sondern von Dritten – zunehmend ausländischen Beratern – gemanagt. Die neue „JP Morgan Fonds Services GmbH“ will nach Angaben von Geschäftsführerin Martina Reichl für institutionelle Anleger arbeiten wie auch für internationale Vermögensberater, die auf den deutschen Markt kommen, ohne eine KAG zu gründen oder ihre eigene KAG schließen. Einen solchen Kunden habe man bereits gewonnen, sagt Reichl dem Handelsblatt.

Die neue Master-KAG soll – im Gegensatz zu den meisten Konkurrenten (in der Grafik ist die Service-KAG auch Fondsmanager) – völlig getrennt vom Asset Management des Konzerns arbeiten. Darin sieht Arnulf Manhold, Vorstand bei JP Morgan, einen Wettbewerbsvorteil. „Zweitens wollen wir das Synergiepotenzial mit unserem hauseigenen Wertpapierverwahrer (Global Custodian) voll nutzen“, sagt Manhold.

Binnen zwei Jahren soll die Master-KAG profitabel werden. Dafür müsse sich das verwaltete Spezialfonds-Vermögen von JP Morgan Fleming auf 8 Mrd. ¤ verdoppeln, sagt Reichl. Langfristig erwartet Manhold, dass Master-KAG 60 % des Marktvolumens verwalten und JP Morgan davon 25 % auf sich vereint.

Nach Expertenansicht tummeln sich mit mehr als zwölf Anbietern bereits zu viele Master-KAG am Markt. In dem margenschwachen Geschäft dürften sich laut Unternehmensberatung Droege & Partner höchstens fünf Anbieter behaupten. Probleme bekämen vor allem mittelgroße Anbieter ohne internationale Expertise.

Die Kombination aus Fondsverwaltung und Wertpapierverwahrung in einem Konzern bieten bislang nur wenige Häuser wie der weltgrößte Vermögensverwalter State Street an. Vielen Kunden gefalle es allerdings besser, wenn dies aus Gründen der Kontrolle in zwei Konzernen bliebe, sagt Bernd Wagner, Chef von Universal Investment, mit gut 27 Mrd. ¤ verwaltetem Vermögen die führende Master-KAG. Drei Viertel der Anleger ziehen laut Droege & Partner hier eine Konzerntrennung vor. Gleichwohl schließen Experten nicht aus, dass – sofern die Finanzaufsicht zustimmt – die Global Custodians wie in angelsächsischen Ländern auch die Funktionen der Master-KAG übernehmen.

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