Branchenkenner kritisieren bei einigen Produkten mangelnde Transparenz
Dachfonds verfolgen höchst unterschiedliche Strategien

Ihre Strategien könnten unterschiedlicher kaum sein, aber der Erfolg gibt beiden recht: Bernd Greisinger und Hermann-Josef Hall. Greisinger liegt mit dem BG Umbrella Fund: BG Global Classic dank eines Zwölfmonats-Wertgewinns von 13,32 % per Ende August bei Dachfonds mit flexibler Aktien- und Rentenquote auf dem vierten Platz. Hall erreicht mit dem Sauren Global Balanced ein Plus von 8,5 % und kommt damit auf Rang sieben.

HB FRANKFURT/M. Die abgebildete Konkurrenzgruppe umfasst immerhin 101 Produkte. Der Greisinger-Fonds wurde von der Landesbank Rheinland- Pfalz (LRI) aufgelegt, der von Hall betreute Fonds stammt aus dem Hause Sauren Fonds-Select.

Greisingers Strategie heißt Market-Timing. „Mit der technischen Analyse suchen wir kurzfristige Trends“, erklärt der Fondsberater, „wenn ein Markt nach unten geht, gehen wir raus - steigt ein Markt, kaufen wir“. Entscheidend sei nicht die Auswahl der Fonds, sondern die der Märkte. Ganz anders verfährt Sauren-Fondsmanager Hall: Er setzt ganz auf Fondsmanager, denen er langfristig vertraut. „Unsere Kompetenz ist die Auswahl der fähigsten Köpfe“, erklärt er selbstbewusst. Dass Halls Zielfonds-Manager ihren Index kontinuierlich geschlagen haben müssen, hält Fondsexperte Gert Bennewirtz vom Beratungsinstitut SJB Fonds Skyline für sinnvoll. Aber da die Auswahl letztlich vom persönlichen Gespräch über die Fondsmanager-Strategie abhängt, ist er skeptisch: „In der Vergangenheit mag das erfolgreich gewesen sein, transparent und kontrollierbar ist es nicht.“ Am Greisinger-Fonds kritisiert Bennewirtz unter anderem die Abhängigkeit des Produktes von der Person Greisinger. Dies sieht der Dachfondsmanager anders: „Das ist schließlich bei allen guten Investmentprodukten so.“ Außerdem werde er von vier Analysten unterstützt.

Gegenwärtig hat Greisinger den Aktienanteil des BG Global Classic, rund zwei Drittel des Fondsvolumens, zu etwa 55 % im Fernen Osten investiert. Das müsste Bennewirtz gefallen, sieht er doch Anzeichen für eine Herbstrallye in Südostasien. „Am Sauren-Fonds würde dies allerdings vorbeigehen“, sagt Bennewirtz mit Blick auf dessen Portfoliostruktur. Er argumentiert: „Mit einer Aktienquote von nur knapp über 50 Prozent ist dieser Fonds derzeit eher defensiv aufgestellt.“ Größte Fondsposition ist bei Hall mit 11 % der Henderson Pan European Equity.

An beiden Fonds missfällt Bennewirtz „mangelnde Transparenz“. Beim Sauren-Fonds würden nur Branchen- und Länderallokation, aber kaum die Zielfonds veröffentlicht, in die investiert werde; die Angaben zum Greisinger-Fonds seien wegen der häufigen Änderungen wenig aussagekräftig. Doch Fondsmanager Hall will die Ergebnisse seiner Recherchen nicht zu schnell veröffentlichen, und Greisinger betont: „Die meisten Anleger wollen die genaue Zusammensetzung ihrer Fonds doch gar nicht wissen.“

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