Branchentreffen
Fondsbranche stemmt sich gegen Vetrauensverlust

Vertreter von Fondsgesellschaften haben ungewohnt selbstkritisch auf die Krise reagiert. Auf einem bedeutenden Branchentreffen in Monte Carlo machten sie am Mittwoch auch einen Interessenkonflikt der Berater für den Vertrauensverlust bei den Kunden verantwortlich. Auch die Produktflut der Fondsbranche wurde diskutiert.

MONTE CARLO. "Dieser Konflikt bereitet uns Probleme", sagte etwa Massimo Tosanto aus dem Führungsteam der britischen Anlagegesellschaft Schroders.

Kritiker werfen der Branche seit langem vor, die Kunden nicht richtig zu beraten. Denn die Berater sind gleichzeitig Verkäufer und verdienen an jedem Deal - etwa über die Kaufgebühr. Dadurch stünde nicht das Interesse des Kunden im Vordergrund, sondern die Frage, was man ihm verkaufen könne, monieren Kritiker. Gehört der Berater zudem noch zu einer Bank, die eine eigene Fondsgesellschaft hat, steht er auch noch in dem Interessenkonflikt, die hauseigenen Produkte verkaufen zu müssen, so der Vorwurf.

Nach hohen Vermögensverlusten durch die Finanzkrise, der Lehman-Pleite und dem Madoff-Betrugsskandal steckt die Branche in einer Krise und muss Vertrauen beim Privatkunden zurückgewinnen. "Das wird ein langer Weg", sagte James Palermo, Mitleiter von BNY Mellon Asset Servicing. Und der Weg führt nach Ansicht vieler Branchenvertreter nur über eine Diskussion über die Beratungsqualität und damit die Qualität und Entlohnung des Vertriebes.

Denn der Vertrauensverlust schwappt auch auf die Anbieter über, die die Fonds entwickeln und managen. "Wir sind in einer Diskussion über die Beratungsqualität, aber da steht auch unsere Reputation als Produkthersteller auf dem Spiel", sagt Jean-Baptiste de Franssu, Chef von Invesco Europe und neuer Präsident des europäischen Fondsverbandes.

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