Brasilianische Aktien besonders aussichtsreich: Lateinamerika-Manager setzen auf Konsumwerte

Brasilianische Aktien besonders aussichtsreich
Lateinamerika-Manager setzen auf Konsumwerte

Für Fondsmanager, die sich auf Lateinamerika spezialisiert haben, war 2006 ein gutes Jahr: Im Durchschnitt erzielten sie mit ihren Fonds einen Wertzuwachs von 31 Prozent. Mit diesem Ergebnis schlugen sie sogar den MSCI-Latin-America-Index, der nur um 28,53 Prozent zulegte nach rund 70 Prozent im Rekordjahr 2005.

HAMBURG. Großer Gewinner unter den Fondsmanagern ist Stefan Herz von Charlemagne Capital. Er betreut den Magna Latin American Fund, der es 2005 nicht auf die Liste der zehn erfolgreichsten Lateinamerika-Fonds schaffte. Vergangenes Jahr jedoch ließ er mit einem Wertzuwachs von 41,49 Prozent sämtliche Konkurrenten hinter sich. „Wir lagen unter anderem mit unseren Investments im brasilianischen Konsumsektor richtig“, erläutert Herz. Als lohnend habe sich zudem der Einstieg in die Börsenneulinge Grupo Famsa und Santos Brasil erwiesen.

Zu seinen aktuellen Favoriten zählt Herz neben dem Einzelhandel auch die Immobilienbranche. Auf regionaler Ebene hält er vor allem brasilianische Aktien für aussichtsreich, die er derzeit mit 62 Prozent gewichtet hat. Für 2007 sieht der Charlemagne-Manager weiteres Wachstumspotenzial an Lateinamerikas Börse, insbesondere auch im Nebenwerte-Segment, in dem er aktuell rund ein Drittel des Portfolios hält.

Auch Mark Mobius gibt sich für das neue Börsenjahr optimistisch: „Steigende Konsumausgaben und Infrastrukturinvestments sowie sinkende Zinsen bieten ein attraktives Marktumfeld“, sagt der Manager des zweitplatzierten Fund Templeton Latin America. Für Brasilien spreche zudem, dass die Börse trotz der sehr guten Perspektiven im weltweiten Vergleich niedrig bewertet sei. Wie Herz sieht Mobius vor allem Potenzial für Firmen, die von den steigenden Löhnen profitieren.

Beide Fondsmanager haben eine Vorliebe für den Autovermieter Localiza. Der Mobilfunkanbieter America Movil, die brasilianische Privatbank Unibanco, die Ölgesellschaft Petrobras und die Minengesellschaft Compania Vale do Rio Doce zählen ebenfalls in beiden Fonds zu den größten Einzelpositionen. Von den Top Ten-Unternehmen Gerdau und Bradespar im Templeton Latin America hält Herz derzeit allerdings wenig. „Die Investmentgesellschaft Bradespar haben wir verkauft, nachdem die zunächst günstige Bewertung aufgeholt hatte“, sagt er. Das Stahlunternehmen Gerdau hält er ebenfalls nicht im Portfolio, weil er die Aussichten für die Branche eher verhalten einschätzt und die Aktie für vergleichsweise teuer hält.

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