Brasilien, Russland, Indien, China
Neue Chance in Schwellenländern

Das breite Angebot an Anlagen und kräftige Kursschwankungen an den Finanzmärkten fordern die Hedge-Fonds-Manager heraus. Besonders spannend: Das Strategiesegment Emerging Markets, das ein starkes Wachstum verzeichnet.

HB DORTMUND. Für Hedge-Fonds sind die Emerging Markets eine vielversprechende Anlageregion. Das gilt vor allem für die so genannten Bric-Länder: Brasilien, Russland, Indien und China sind die vier größten und liquidesten Länder der Emerging Markets und sind zudem am weitesten entwickelt. Im Hedge-Fonds-Universum hat das Strategiesegment Emerging Markets ein starkes Wachstum zu verzeichnen: Während Emerging Markets im Jahre 1990 lediglich 0,36 Prozent aller Strategierichtungen einnahmen, liegt ihr Anteil mittlerweile bei vier bis sechs Prozent. Dies entspricht einem Volumen von 52 Mrd. Dollar. Die guten Gewinnchancen resultieren aus der wirtschaftlichen Aufholjagd der Bric-Länder.

Die Experten der Investmentbank Goldman Sachs gehen davon aus, dass die Bric-Staaten in rund 40 Jahren die G6-Nationen beim Bruttoinlandsprodukt überholt haben werden. Brasilien ist bereits heute Weltmarktführer bei Rohstoffen und Agrargütern. Wenn es um die derzeit wichtigsten Energieträger – Öl und Gas – geht, stellt Russland alle anderen Länder in den Schatten. Indien und China gelten zudem als verlängerte Werkbank der Industrienationen. Darüber hinaus zählt Indien zu den Weltmarktführern bei der Herstellung von Generika, also wirkstoffgleicher Kopien bekannter Medikamente. Bereits in den kommenden drei Jahren wird sich die Anzahl der Menschen mit einem Einkommen von mehr als 3 000 Dollar in den Bric-Ländern verdoppeln. Es entsteht in diesen Staaten eine gewaltige kaufkräftige Mittelschicht.

Die Vorzüge der Bric-Länder

Langfristig können Investoren von vier wichtigen Vorzügen der Bric-Länder profitieren: dem kräftigen Wirtschaftswachstum, dem günstigen demografischen Trend mit hohen Geburtenzahlen und einem überdurchschnittlichen Anteil junger Menschen, dem Rohstoffreichtum sowie dem Wettbewerbsvorteil aufgrund niedriger Lohn- und Sozialkosten.

Bereits heute gibt es in mehreren Bric-Staaten Futures- und Options-Märkte. So haben Investoren die Möglichkeit, ihre Positionen abzusichern. Die Bric-Länder, ebenso wie die übrigen Emerging-Markets, bieten Hedge-Fonds dabei vielfältige Handelsmöglichkeiten in allen Anlageklassen. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn einzelne Wertpapiere oder Währungen unterbewertet sind, wenn neue Märkte entstehen und wenn Restrukturierungen, Privatisierungen, Neuemissionen oder Übernahmen erfolgen. Dabei sind die Unterschiede zwischen „solide“ und „marode“ viel größer als in den Industrienationen.

Genau hier – in der breiteren Qualitätsspanne und der höheren Schwankungsbreite – liegen die Chancen für Hedge-Fonds-Manager, Alpha in Kombination mit höheren, aber auch volatileren Gewinnresultaten zu generieren. Ein Informationsvorsprung vor den Wettbewerbern und eine präzise Marktkenntnis bilden die Basis dafür. Da Emerging-Markets-Renditen stark zyklisch sind, ist ein flexibler Marktstrategie-Ansatz besonders wichtig. Eine der bevorzugten Strategien, die bei Emerging Markets involviert sind, heißt daher Global Macro. Diese ermöglicht es dem Hedge-Fonds-Manager, von Markttrends auf allen bedeutenden Märkten zu profitieren – also von Aktien-, Anleihen-, Devisen- sowie Rohstoffmärkten – und schnell auf neue Situationen zu reagieren (siehe Kasten). Die zweite maßgebliche Strategie ist Long/Short Equity; sie hat das Ziel, Über- und Unterbewertungen auszunutzen.

M. Sievers ist geschäftsführender Gesellschafter von Apano Finanzanlagen.

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