BRIC-Fonds
Schwellenländerfonds setzen auf Brasilien

Die Investmentgesellschaften HSBC Asset Management und DWS waren hierzulande die ersten, die bereits Ende 2004 beziehungsweise Anfang 2005 mit so genannten BRIC-Fonds auf den Markt kamen. Eine vorausschauende Strategie.

HAMBURG. In den vergangenen zwölf Monaten haben sich Investitionen in Brasilien, Russland, Indien und China - für diese Länder steht das Kürzel BRIC - als ausgesprochen erfolgreich erwiesen. Gleich vier der zehn über diesen Zeitraum erfolgreichsten Schwellenländerfonds beschränken sich auf diese Märkte - die beiden Pionier-Fonds von HSBC und DWS sind allerdings nicht dabei.

Mit einem Plus von 26,45 Prozent klar in Führung liegt der erst im März 2006 aufgelegte Goldman BRICs Portfolio EUR-Hedged Base. Dabei handelt es sich um die währungsgesicherte Euro-Tranche des Original-Goldman-Sachs-Fonds, der in Dollar notiert und mit einem Zuwachs von 18,84 Prozent Rang vier belegt. Bei der Titelauswahl für die beiden Fonds setzt das Team um Goldman-Sachs-Managerin Maria Gordon auf lediglich 20 bis 40 Aktien, die vorwiegend aus den vier BRIC-Ländern stammen. "Bis zu 20 Prozent des Portfolios dürfen prinzipiell auch in anderen Schwellenländern investiert werden, aktuell nutzen wir diese Möglichkeit jedoch nicht", sagt Gordon. Derzeit hält sie insgesamt 54 Prozent des Fondsvermögens in Brasilien und Russland. "Beide Märkte sind attraktiv bewertet, während es in China derzeit schwierig ist, günstige Kaufgelegenheiten zu finden", sagt Gordon.

Auch Wojciech Stanislawski, Manager des auf Rang sieben liegenden Magellan-Fonds von Comgest, gibt sich gegenüber chinesischen Aktien zurückhaltend: "Der Markt ist uns derzeit zu teuer, weshalb wir ihn nur mit 4,6 Prozent gewichten." Die positive Einschätzung Gordons zu russischen Aktien teilt Stanislawski dagegen nicht. "Die Praktiken der Unternehmensführung sind oft zweifelhaft", sagt er. Zudem seien die meisten Firmen dieses Markts im Energiesektor tätig und deren Aktienkurse damit ähnlich schwankungsanfällig wie der Öl- und Gaspreis.

Insgesamt spielen die BRIC-Länder im bereits 1988 aufgelegten Schwellenländer-Klassiker mit 40 Prozent des Fondsvermögens eine eher untergeordnete Rolle. Am ehesten ist Stanislawski derzeit wie Gordon noch von Brasilien überzeugt, das mit knapp 20 Prozent die größte Ländergewichtung aufweist. "Für das Land sprechen vor allem der Rohstoffreichtum und die politische Stabilität", sagt der Comgest-Manager. Zu seinen Favoriten gehören unter anderem der weltweit drittgrößte Tabakanbauer Souza Cruz und der Lebensmittelkonzern Sadia, die zusammen rund neun Prozent des Portfolios ausmachen.

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