Bridgewater baut Führung um: Weltgrößter Hedgefonds stellt iPod-Entwickler ein

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Bridgewater baut Führung um
Weltgrößter Hedgefonds stellt iPod-Entwickler ein

Ein Techniker als Co-Chef: Der Hedgefonds Bridgewater stellt Jon Rubinstein als Vize ein. Unter Steve Jobs entwickelte der 59-Jährige den iPod. Investments soll er bei Bridgewater aber nicht tätigen.

New YorkSeit Jahren bemüht sich Bridgewater um eine neue Führungsstruktur. Jetzt hat Ray Dalio, der Gründer des weltweit größten Hedgefonds mit einem Volumen von 154 Milliarden Dollar, einen ausgewiesenen Techniker als Co-Chef angeworben: Jon Rubinstein soll im Mai in Westport, nördlich von New York, seinen Job antreten. Danach will Dalio entscheiden, was die bisher Verantwortlichen künftig für Aufgaben bekommen.

Der 59-jährige Rubinstein hat in seiner Karriere knapp 16 Jahre lang mit Apple-Gründer Steve Jobs zusammen gearbeitet und war maßgeblich an der Entwicklung des iPod beteiligt. Außer bei Apple hat er auch bei HP und Palm gearbeitet und sitzt im Verwaltungsrat von Qualcomm.

Die Berufung eines komplett branchenfremden Managers unterstreicht zweierlei. Einmal, dass es Dalio Ernst damit ist, den Investment-Prozess und die Leitung der Firma zu trennen. Zum anderen, wie sehr Finanzfirmen Technik-Unternehmen geworden sind. Das gilt für Bridgewater ganz besonders. Dalio spricht in einer Mitteilung an Kunden von der „großen strategischen Initiative, die systematische Entscheidungsfindung weiter auszubauen“. Bridgewater setzt im Gegensatz zu vielen anderen Hedgefonds nicht auf einzelne große Wetten an den Kapitalmärkten, sondern verteilt das Geld der Kunden aufgrund systematischer Analysen auf eine Vielzahl an Positionen.

Die bisherige Führungsstruktur der Gesellschaft ist kompliziert. Sie wird von drei Vorstandsvorsitzenden und drei Chef-Investoren geführt. Dalio selbst ist Mitglied in beiden Führungsteams, ebenso wie Greg Jensen, der deshalb lange als sein Nachfolger galt. Nachdem bekannt wurde, Jensen diese Doppelrolle verlieren soll, wurde dies in Medien als persönlicher Konflikt geschildert. Dalio wehrt sich in einem getrennten Brief an die Kunden gegen diese nach seiner Meinung „falsche Darstellung“. Er betont, „Greg“ solle sich auf seine Aufgabe als Investor konzentrieren, es sei künftig nicht mehr angebracht, eine Doppelrolle zu spielen. Nach eigener Aussage arbeitet er seit 2010 daran, Bridgewater mit seinen rund 1500 Mitarbeitern von einer „von ihrem Gründer geführten Entrepreneur-Firma zu einer Institution mit einer mehrköpfigen, fähigen Leitung“ umzubauen.

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