Britische Aufsicht
FSA ermittelt gegen Hedge-Fonds

Das britische Betrugsdezernat hat Ermittlungen gegen einen Hedge-Fonds mit Sitz auf den Cayman Inseln aufgenommen. Dabei geht es um Dynamic Decission Fund Management, einen Hedge-Fonds, der vom Londoner Stadtteil Kensington aus gemanaged wird, und der über 500 Mio. Pfund verwaltet. Auch in den USA gibt es offenbar einen neuen Finanz-Betrugsfall.
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mm/HB LONDON/NORTH MIAMI BEACH. Die Ermittlungen seien auf Wunsch der britischen Finanzaufsicht FSA aufgenommen worden, heißt es in einer kurzen Mitteilung des Serious Fraud Offices. Eine Reihe von Investoren habe Beschwerden eingereicht, weil sie Unregelmäßigkeiten bei dem Fonds vermuten. Nach Informationen aus Finanzkreisen geht es bei den Ermittlungen vor allem um den Dynamic Decisions Growth Premium Master Fund, den wichtigsten Fonds des Anbieters, der im vergangenen Jahr nach schweren Verlusten geschlossen worden war.

Die US-Bundespolizei FBI ermittelt derweil gegen einen Anwalt aus Florida, der mit einem Schneeballsystem Anleger um insgesamt mehr als eine Milliarde Dollar betrogen haben soll. Betroffen seien vermutlich mehrere tausend Investoren im In- und Ausland, sagte der Leiter der FBI-Außenstelle in Miami, John Gillies, am Donnerstag. Vermutlich würden die Ermittlungen gegen den Anwalt Scott Rothstein noch mehrere Wochen dauern.

Rothstein habe Anlegern Renditen bis zu 20 Prozent aus fiktiven Quellen versprochen, erklärten die Ermittler. Den Großteil der Einlagen habe der Anwalt unterschlagen. Das FBI und die Steuerbehörden haben bereits einen Großteil von Rothsteins Privatvermögen beschlagnahmt, darunter mehrere Jachten, Luxusautos und Bankguthaben. Der Jurist wurde außerdem als Chef seiner in Fort Lauderdale ansässigen Kanzlei abgesetzt.

Hedge-Fonds waren in den vergangenen Wochen und Monaten immer wieder ins Visier der Strafermittler geraten. Nach dem milliardenschweren Betrugsskandal um Bernard Madoff und den Insidervorwürfen gegen den US-Fonds Galleon sorgte zuletzt in Deutschland der Fall des Hedge-Fonds K1 für Schlagzeilen. Der Betreiber und Gründer von K1 Helmut Kiener sitzt mitllerweile in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft Würzburg wirft ihm Betrug und Untreue vor. Der 50-jährige soll mit der Firma K1 Global Sub Trust ein verzweigtes Netz an Firmen aufgebaut und Gelder entgegen den Absprachen ausgegeben haben, während er vorgab, einen in der Karibik registrierten Dach-Hedge-Fonds zu steuern. K1 soll vor allem bei Deutschen Anlegern rund 600 Mio. Euro eingesammelt haben.

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