Britische GAM-Gruppe sieht Chancen für Stahlaktien
Japan-Fonds von HSBC Trinkaus schafft Wende

Ein über sieben Jahre aufgebautes Minus von 40 Prozent, schlechte Ratings und der sich stetig vergrößernde Abstand zu vergleichbaren Konkurrenzprodukten – für die Düsseldorfer Investment-Tochter der britischen Großbank HSBC war im Frühjahr 2004 die Schmerzgrenze erreicht.

HB HAMBURG. Für ihren 1997 aufgelegten Aktienfonds HSBC Trinkaus Japan sah sie nur noch zwei Möglichkeiten, nämlich die sofortige Liquidation oder einen radikalen Schnitt in der Anlagepolitik. Da das Volumen sich trotz des Misserfolgs noch immer in zweistelliger Millionenhöhe bewegte, verzichtete die Bank auf die Auflösung und vergab stattdessen ein Beratungsmandat an den Erkrather Vermögensverwalter Frank Lingohr. Der rechtfertigte das in ihn gesetzte Vertrauen: Im jüngsten Zwölf-Monats-Vergleich belegt der HSBC-Fonds unter 123 auf japanische Standardwerte spezialisierte Konkurrenten Rang eins (Tabelle).

Bei der Verwaltung seiner Portfolios setzt Lingohr bereits seit 1996 auf sein Computerprogramm „Chicco“, das aus einem Universum von weltweit 17 000 Aktien jene herausfiltert, die im Vergleich zur Gesamtheit unterbewertet erscheinen. Mittlerweile zeichnet Lingohrs Team für 14 Fonds mit einem Gesamtvolumen von 1,2 Milliarden Euro verantwortlich, darunter den langfristig sehr erfolgreichen Globalfonds Lingohr-Systematic-BB-Invest.

In Japan kommen insgesamt 1 633 Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von mehr als einer Milliarde Euro auf den Prüfstand. Davon finden sich schließlich 50 gleichgewichtet im Fonds wieder. Derzeit stehen dabei vor allem Pharma-Titel wie Daiichi Pharmaceuticals, Santen Pharmaceuticals und Takeda Pharmaceuticals im Vordergrund.

Sehr gut ohne fremde Hilfe kam bislang die britische UBS-Tochter GAM zurecht. Ihr in drei Anteilsklassen (Euro, Pfund und Dollar) erhältlicher GAM Star Japan Equity belegt derzeit Rang drei in der Zwölfmonats-Betrachtung. Seit der Auflage im Frühjahr 1992 gehörte der Fonds immer wieder zu den besten Fonds seiner Kategorie. Dahinter steht ein „langfristiger, fokussierter und themenbezogener“ Investmentstil, wie Managerin Lesley Kaye erläutert. Dabei konzentriert sich die Britin auf 20 bis 25 Aktien, von deren Potenzial sie besonders überzeugt ist. Auf diese Titel entfallen bis zu 60 Prozent des Portfolios. Der Rest verteilt sich auf 30 bis 40 kleinere Positionen.

Zu den wichtigsten Themen, die 2005 die Tokioter Börse beeinflussen könnten, gehört Kaye zufolge die zunehmende Marktreife neuer Techniken: „In den vergangenen 20 Jahren haben japanische Unternehmen der Verzinsung des eingesetzten Kapitals kaum Aufmerksamkeit geschenkt. Technologiefirmen konnten sich daher verstärkt der Forschung widmen“, begründet sie. Aus diesem Grund sei Japan heute einer der Weltmarktführer in Bereichen, in denen es wie bei der Entwicklung von Autos mit Hybridantrieb auf lange Vorlaufzeiten ankomme. Extrem positiv schätzt die GAM-Managerin darüber hinaus die Aussichten für die Stahlbranche ein: „Der Wachstumsboom in China hat zu echten Engpässen bei bestimmten High-End-Produkten geführt, und Firmen wie Nippon Steel haben in den vergangenen Jahren ihre Gewinnmarge durch Rationalisierungen erheblich gesteigert.“

Egon Wachtendorf, Der Fonds

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