Britisches Analysehaus Citywire legt Untersuchung zur Qualität von Vermögensverwaltern vor
Deutsche Fondsmanager zählen zu den Besten ihres Fachs

Die deutschen Fondsmanager müssen sich in puncto Leistung nicht vor ihren ausländischen Kollegen verstecken. Mit Markus Kaiser, Stephan Albrech und Tobias Klein stehen gleich drei Landesvertreter in der Top-Ten-Liste.

FRANKFURT/M. Eine umfassende Auswertung der Londoner Analysefirma Citywire, die sich auf die Performancemessung von Fondsmanagern spezialisiert hat, belegt sogar, dass deutsche Verwalter zu den Besten ihres Faches zählen. Mit Markus Kaiser, Stephan Albrech und Tobias Klein stehen gleich drei Landesvertreter in der Top-Ten-Liste.

Allerdings lässt die Nationalität der Fondslenker keinen Schluss auf die Nationalität des Arbeitgebers oder den Arbeitsstandort zu. Die Anlageszene ist im Gegenteil multikulturell, die Globalisierung trägt ihren Anteil dazu bei. So arbeitet beispielsweise der bestplatzierte Deutsche, Markus Kaiser, für eine französische Gesellschaft – allerdings in Frankfurt.

Die Aufschlüsselung nach Standorten fördert noch ein anderes Bild zu Tage. Unter den Top 100 in der Rangliste arbeiten mehr Manager in Großbritannien als in jedem anderen Land. Insgesamt sind dort 25 Strategen ansässig. Deutschland folgt als Domizil direkt danach: Hier arbeiten 20 der 100 besten Köpfe.

Unter den Spitzenleuten dominieren Vertreter kleinerer Häuser mit kleinen Fonds. So führt der Franzose Eric Bendahan von Axa Investment Managers die Bestenliste an. Er investiert mit seinem Aktienfonds in Portugal, Spanien, Italien und Griechenland. Bendahan sucht nach attraktiven Firmen mit Wachstumspotenzial, „die von anderen Analysten übersehen werden“. Dabei verfolgt er unabhängig von Benchmarkzwängen einen Value-Ansatz.

Der Zweitplatzierte Markus Kaiser lenkt mehrere Dachfonds für die Veritas SG, die deutsche Kapitalanlagegesellschaft der Société Générale. Er verlässt sich auf die Computerunterstützung: „Wir arbeiten mit einem Marktphasenmodell, dass Trends folgt, darüber hinaus aber auch antizyklische Signale liefert.“ Stark auf Antizyklik setzt der Drittplatzierte Daniel Varela. Der gebürtige Spanier setzt im Anleihenfonds für die hier bekannte schweizerische Banque Piguet einen „Contrary-Opinion“-Ansatz um. „Und weil alle Welt an ein Ende der Bondhausse glaubt, fühle ich mit meinem Optimismus für Anleihen sehr wohl“, sagt der Mann aus Genf.

Namen von Gurus wie Klaus Kaldemorgen von der DWS sucht man dagegen vergeblich. Von den international bekannten Köpfen großer Adressen tauchen nur zwei vorne auf: auf Platz 25 Graham French von M & G sowie auf Rang 74 Murdo Muchison, der bei Franklin Templeton den milliardenschweren Growth-Fonds steuert.

In die Auswertung einbezogen sind rund 2 500 Manager von etwa 3 700 in Europa angebotenen Fonds, die eine Länder übergreifende und damit regionale bis globale Ausrichtung haben. Bewertungskriterium ist die risikobereinigte Performance der Fonds während der vergangenen drei Jahre. Im Gegensatz zu anderen Analysefirmen ordnet Citywire aber nicht einzelne Fonds nach ihrer Wertentwicklung, sondern stellt den Manager mit seiner Gesamtleistung in den Mittelpunkt. „Das beinhaltet alle von ihm betreuten Portfolios. Und wenn er das Management eines neuen Fonds übernimmt, berücksichtigen wir weiterhin seine frühere Leistung“, erläutert Richard Lander von Citywire.

Die Liste belegt, dass die Manager mit unterschiedlichen Investmentkonzepten Erfolg haben. Das Spektrum reicht von Befürwortern computergestützter Modelle über Value-Konzepte bis hin zu denjenigen, die Minderheitsmeinungen („contrary opinion“) in ihre Anlageentscheidungen einbeziehen. Benchmarks als Orientierung für die Strukturierung der Portfolios spielen in der Spitzengruppe meist keine Rolle. Parallel dazu haben die erfolgreichen Profis relativ große Freiheiten. Tendenziell steigen die Spielräume des Einzelnen mit abnehmender Größe des Fondshauses.

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