Buhlen um Vertriebsexperten: Fonds suchen Verkäufer

Buhlen um Vertriebsexperten
Fonds suchen Verkäufer

Nach der Börsenkrise vor sieben Jahren suchen Investmenthäuser händeringend nach Mitarbeitern. Besonders die Nachfrage nach erfahrenen Leuten für den Vertrieb ist groß. Ein US-Unternehmen möchte die Zahl seiner Mitarbeiter in Deutschland nun sogar verdoppeln.

FRANKFURT. Viele Investmenthäuser in Deutschland suchen neue Mitarbeiter. Sie haben die schwierige Phase nach dem Platzen der Börsenblase vor sieben Jahren hinter sich gebracht. „Der Personalmarkt ist im Vergleich mit den Jahren 2004 und 2005 wieder sehr aktiv“, sagt beispielsweise Marc Herzog, Geschäftsführer von Frontiers Management Consulting. Die Aussage deckt sich mit den Ergebnissen einer Handelsblatt-Umfrage unter 18 in Deutschland aktiven Geldverwaltern (siehe „Asset-Manager erweitern Personalstamm“). Nur wenige Gesellschaften stagnieren, weil sie mit Umstrukturierungen beschäftigt sind oder weniger erfolgreich sind.

Insbesondere die stark expandierenden in- und ausländischen Gesellschaften suchen weiteres Personal. Engpässe gibt es vor allem bei erfahrenen Mitarbeitern für den Vertrieb. „Gerade im institutionellen Geschäft haben sich die Suchzeiten dramatisch verlängert, in einem Fall hat eine Gesellschaft eineinhalb Jahre gesucht“, sagt ein Insider.

In Deutschland macht die Fondssparte der Deutschen Bank Tempo. DWS-Chef Klaus Kaldemorgen hatte vor wenigen Wochen eine Aufwertung des Standortes Frankfurt angekündigt und in diesem Zusammenhang die Einstellung weiterer Fondsmanager, Vertriebsexperten und IT-Fachleute angekündigt. In diesem Jahr planen DWS und die Anlagesparte für institutionelle Kunden DeAM – beide gehören zur Deutschen Bank – eine Personalaufstockung um rund zehn Prozent.

Die Vertriebsfrage ist vor allem vor allem für die ausländischen Häuser brisant, da diese Adressen hier zu Lande selten auf breite und historisch gewachsene Vertriebsnetze zurückgreifen können – im Gegensatz zu den Anlagetöchtern der nationalen Banken. Zu den erfolgreichen und expandierenden Adressen zählt beispielsweise der große US-Verwalter Blackrock, der unter seinem Deutschland-Chef Achim Küssner im vergangenen Jahr hier zu Lande beachtliche fünf Mrd. Euro netto einsammelte. „Die Nachfrage ist groß, wir bauen deshalb unseren Personalstamm aus“, sagt Küssner. Er sucht Vertriebsexperten, die vor allem den Kontakt zu Banken und Vermittlern halten sollen. Bis Ende des Jahres will er seinen Mitarbeiterstab gegenüber 2005 auf 48 Personen verdoppeln.

Auch Christian Wrede stockt auf. Der Deutschland-Leiter von Axa Investment Managers hat gerade einen weiteren Vertriebsmann für institutionelle Kunden eingestellt. Er registriert eine „größere Dynamik auf dem Personalmarkt“. Laut Wrede bauen institutionelle Investoren ihre Depots um, was den Asset-Managern wieder größere Chancen zur Erhöhung ihrer eigenen Marktanteile bietet. Auch JPMorgan Asset Management plant die Erweiterung seiner Vertriebsteams – „insbesondere für die deutschlandweite Betreuung der Banken und für den Versicherungsbereich“, sagt Deutschland-Leiter Peter Schwicht.

Die erfolgreichen kleinen Asset-Manager sind ebenfalls offensiv. Ganz oben steht hier die Münchner Adresse DJE Kapital mit ihrem bekannten Gründer Jens Ehrhardt. „Wir haben gerade unser Frankfurter Büro eröffnet und suchen weitere Leute“, sagt DJE-Vorstand Thorsten Schrieber. Auch Rainer Ottemann, zuständig für das noch kleine Deutschlandgeschäft von KBC Asset Management, sucht Vertriebsexperten. „Wir führen in den nächsten Wochen viele Bewerbungsgespräche“, sagt er.

Wie groß die Bewegung auf dem Personalmarkt ist, illustrieren gleich zwei Meldungen von gestern. Franklin Templeton stellte den Marketingmann Olaf Mieske von SEB Asset Management ein, das Vertriebsteam bei Baring Asset Management in Frankfurt bekam Zulauf vom Ex-Fidelity-Mann Roland Schmidt.

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