BVI-Absatzstatistik
Anleger flüchten weiter aus Fonds

Die Absatzkrise der deutschen Fondsindustrie will nicht abebben. Auch im März übertrafen die Anteilsrückgaben von Privatanlegern wieder die Neuanlagen - undzwar sowohl bei Aktien- und Anleihefonds als auch bei Geldmarktprodukten. Institutionelle Anleger zeigen dagegen mehr Mut.

FRANKFURT. Privatanleger haben nach Angaben des Fondsverbands BVI im März Investmentfondsanteile im Wert von netto 5,2 Mrd. Euro zurückgegeben. Für die höchsten Rückgaben seit Oktober vergangenen Jahres sind vor allem Verkäufe von Geldmarkt-, Aktien- und Anleiheprodukten verantwortlich.

Damit setzt sich der Abwärtstrend der vergangenen Monaten unvermindert fort. Und auch für April zeichnet sich nach Angaben des großen Anbieters Allianz Global Investors keine Stimmungsbesserung ab. "Bei uns bleibt das Interesse auf geringerem Niveau, aber die Abgänge lassen nach", sagt ein Sprecher des Fondshauses. "Die Anleger bleiben vorsichtig, haben weiterhin Angst vor den Unsicherheiten an den Kapitalmärkten." Andere Branchenexperten bestätigen dieses Urteil. Die März-Zuflüsse in Publikumsfonds mit Risikopuffer sprechen ebenfalls eine klare Sprache: Sie erreichen immerhin eine knappe Milliarde Euro.

Im Gegensatz zu den Privatanlegern scheinen die institutionellen Investoren stetiger zu agieren. Sie investierten im März netto 1,8 Mrd. Euro. Das Verhalten von Versicherungen oder Altersvorsorgeeinrichtungen in der Geldanlage ist schwankungsärmer, weil es beispielsweise stärker durch kontinuierliche Investments im Zuge regelmäßiger Beitragszahlungen bestimmt wird.

Im gesamten ersten Quartal investierten institutionelle Adressen in die für sie reservierten Spezialfonds 5,3 Mrd. Euro. Bei den Publikumsfonds für private Anlegern gab es unter dem Strich hingegen Rückflüsse in Höhe von 1,1 Mrd. Euro, wobei Genussschein- und Wandelanleihenfonds mit einem Plus von 1,3 Mrd. Euro eine Sonderkonjunktur erlebten. Die Teilgruppe für Produkte mit Unternehmensanleihen zählte mit einer identischen Summe ebenfalls zu den Gewinnern.

Aus Anbietersicht ist die Deutsche-Bank-Gruppe der Quartalsgewinner bei den Wertpapier-Publikumsfonds. Die Gruppe sammelte zwei Mrd. Euro ein. Das Kapital floss allerdings in Indexfonds der Bank, nicht in Produkte ihres aktiven Verwalters DWS. Allianz Global Investors liegt mit Rückflüssen von 1,4 Mrd. Euro auf dem vorletzten Platz. Die rote Laterne hält die Sparkassengruppe Deka mit einem Minus von 2,2 Mrd. Euro.

Insgesamt verwaltete die Branche zum Quartalsende 1,2 Billionen Euro. Davon entfallen 640 Mrd. Euro auf Spezialfonds und 565 Mrd. Euro auf Publikumsfonds.

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