BVI warnt vor Panik
Deutsche Bank schließt Immobilienfonds

Die Deutsche Bank hat den womöglich vor hohen Wertberichtigungen stehenden offenen Immobilienfonds Grundbesitz-Invest ihrer Tochter DB Real Estate am Dienstag vorerst geschlossen.

HB FRANKFURT. Die oberste Finanzaufsicht BaFin deutete daraufhin umgehend an, dass sie im Falle möglicher Wertverluste der Anleger auch Deutschlands größtes Geldhaus selbst in der Verantwortung sieht. Es ist das erste Mal in der deutschen Nachkriegsgeschichte, dass ein offener Immobilienfonds zu einer solch drastischen Maßnahme greifen muss.

„Ich bedauere, dass Anteile am Vermögen der Grundbesitz-Invest derzeit nicht mehr zurückgegeben werden können“, erklärte BaFin-Präsident Jochen Sanio. Nun müsse geklärt werden, ob den Anlegern aus der geplanten Neubewertung der Immobilien des Fonds ein Wertverlust entstehe. „Es bleibt abzuwarten, ob ein möglicherweise negatives Ergebnis auf den Wert der Anteile durchschlägt, und vor allem, welchen Sanierungsbeitrag das Mutterhaus leistet“, fügte Sanio hinzu.

Die DB Real Invest erklärte, die Rücknahme und Ausgabe von Anteilen des Grundbesitz-Invest bleibe ausgesetzt, bis ein Anfang Februar erwartetes Ergebnis der angekündigten Neubewertung des Portfolios vorliege: „Diese Maßnahme ist im Kundeninteresse getroffen worden, um alle Anteilseigner des Grundbesitz-Invest in ihren Handlungsmöglichkeiten gleichzustellen“, erklärte die Gesellschaft. „Die BaFin ist über die Entwicklungen und die Maßnahmen unterrichtet.“ Ob die Bank für Schäden der Anleger aufkommen oder den Fonds später stützen könnte, ließ sie offen.

2005 über eine Milliarde an Mitteln abgezogen

Einem Bericht der Tageszeitung „Die Welt“ zufolge zogen Anleger des zu zwei Dritteln in Deutschland investierten Fonds alleine am Montag rund 300 Millionen Euro ab. Am Dienstag seien bis zum Nachmittag erneut mehr als 150 Millionen Euro abgeflossen, hieß es. Zum 30. November hatte das Fondsvermögen noch gut sechs Milliarden Euro betragen. Alleine in den ersten elf Monaten 2005 hatte Investoren etwa eine Milliarde Euro an Mitteln abgezogen. Wie andere Fonds auch, leidet der Grundbesitz-Invest unter Leerständen und den rückläufigen Mieten.

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