BWK bessert Rendite mit Aktien auf, Frankfurt-Trust mischt Fremdwährungen bei
Fondsprofis sehen wenig Potenzial für Euro-Renten

Anleihen mit kurzer Restlaufzeit und Aktien - die ist in Zeiten, in denen viele Fondsmanager sich eng an einem möglichst repräsentativen Vergleichsindex orientieren, eine nicht eben alltägliche Mischung. Hans Lauer-Dieter fühlt sich jedoch ausgesprochen wohl damit.

HB HAMBURG. Der Geschäftsführer der Investmentgesellschaft BWK hat momentan allen Grund dazu: Dank des Börsenrückenwinds führt der von ihm betreute BWK-Rent S im jüngsten Zwölfmonatsvergleich die Rangfolge der auf Kurzläufer spezialisierten Rentenfonds mit einem Plus von 4,98 Prozent an (s. Tabelle).

"Um formal als Kurzläuferfonds zu gelten, darf der Aktienanteil zehn Prozent nicht überschreiten", erläutert Lauer. Aktuell liegt die Quote bei etwas über sieben Prozent. Enthalten sind ausschließlich deutsche Titel, wobei die Allianz-Aktie mit rund zwei Prozent den größten Einzelwert stellt.

Ursprünglich waren Aktien für den BWK-Manager neben unter Nennwert gehandelten Anleihen lediglich ein weiteres Instrument, um die Steuerbelastung des Fonds möglichst niedrig zu halten. Im aktuellen Marktumfeld hält Lauer sie jedoch als Beimischung in jedem Depot für unverzichtbar: "Schließlich lassen sich am Rentenmarkt mit kurzen Laufzeiten nur noch geringe steuerliche Effekte für die Anleger erzielen." Möglicherweise drohen sogar Kursverluste, denn für die kommenden Monaten rechnet Lauer eher mit steigenden Zinsen. Deshalb hat er die Laufzeiten der im Fonds enthaltenen Anleihen noch einmal gesenkt, der Durchschnitt liegt aktuell bei 2,6 Jahren.

Ähnlich pessimistisch für den Rentenmarkt gibt sich Rolf Guderian. -Ingo "Ich glaube an die Konjunktur", sagt der Manager des auf Rang zwei liegenden Basis-Fonds I von Frankfurt-Trust zur Begründung. Der von ihm erwartete Wirtschaftsaufschwung zwinge die Europäische Zentralbank früher oder später zu Zinserhöhungen. Aktien darf Guderian seinem Fonds allerdings nicht beimischen. Erlaubt sind bis auf einen zehnprozentigen Fremdwährungsanteil ausschließlich auf Euro lautende Anleihen mit einer Restlaufzeit von maximal fünf Jahren. Nachdem er diesen Spielraum zu Beginn des Jahres noch relativ weit ausschöpfte, liegt die durchschnittliche Laufzeit des Portfolios nur noch bei knapp zwei Jahren.

Ganz ähnlich verfährt Guderian beim BHF Corporate 1 FT, der Rang vier belegt. Anders als im Basis-Fonds I darf er dort bis zu 25 Prozent des Vermögens in Fremdwährungspapiere, Unternehmensanleihen und Anleihen mit einer längeren Restlaufzeit investieren. Dort besserten in den vergangenen zwölf Monaten vor allem auf US-Dollar und Pfund lautende Kurzläufer die Rendite auf, von denen sich Guderian aber bereits wieder getrennt hat.

Autor: Egon Wachtendorf, Der Fonds.

Durch ein Versehen ist am Freitag zum Bericht über die Dollar-Rentenfonds die falsche Tabelle erschienen. Wir bitten dies zu entschuldigen. Die richtige Tabelle samt Text können Sie unter www.handelsblatt.com/fondskommentar nachlesen.

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