BWK-Fonds vorn
Anleihestrategen erwarten sinkende Renditen

Für Dietmar Zantke von der BW Asset Consult fängt das neue Jahr gut an: Wie bereits in weiten Teilen des vergangenen Jahres belegt der von ihm beratene BWK-Renta Max auch im jüngsten Zwölfmonatsvergleich den ersten Platz der Kategorie "Fonds für europäische Firmenanleihen".

HAMBURG. Doch der Vorsprung schrumpft: Lag sein Fonds per Jahresultimo 2005 noch mit einem Vorsprung von 0,7 Prozentpunkten vorn, sind es aktuell nur noch 0,03 Prozentpunkte. Ihm dicht auf den Fersen ist derzeit der Inik-Fonds - das Kürzel steht für Initiative für nachhaltiges Investment der Kirche -, der im Januar gegen den allgemeinen Trend um 0,82 Prozent zulegte.

Das gute Abschneiden des bei HSBC Trinkaus & Burkhardt in Luxemburg aufgelegten Fonds hat einen einfachen Grund: Im Gegensatz zu BWK-Berater Zantke darf HSBC-Manager Frank Schröder bis zu 30 Prozent des Fondsvermögens in Aktien investieren. Diese Möglichkeit hatte er bei dem Fonds bis Ende 2005 nie genutzt. Aktuell beträgt die Aktienquote jedoch rund 20 Prozent. "Ich schätze die Aussichten für die Aktienmärkte als positiv ein, während 2006 sowohl für Firmen- als auch für Staatsanleihen ein eher schwieriges Jahr werden dürfte", begründet Schröder diese Entscheidung.

Auch Raphael Robelin von der Investmentboutique Blue Bay Asset Management sieht für 2006 nur begrenztes Potenzial auf der Anleihenseite. "Das Wachstum in Europa könnte in diesem Jahr höher als erwartet ausfallen, was den Druck für weitere Zinsanhebungen erhöht", so der Manager, dessen Blue Bay Investment Grade Bond mit einem Wertzuwachs von 2,94 Prozent auf Rang drei liegt. "Die Renditen europäischer Unternehmensanleihen werden nach durchschnittlich rund vier Prozent im Vorjahr auf rund drei Prozent sinken", erläutert Robelin. Er geht zudem davon aus, dass die Renditen der Firmenpapiere in etwa gleichauf mit denen der Staatsanleihen liegen werden.

Letztere bleiben in seinem Fonds jedoch außen vor: Das Portfolio setzt sich ausschließlich aus Firmenanleihen zusammen, wobei Robelin zu rund 60 Prozent in erstklassige Anleihen aus dem Euro-Raum investiert und 40 Prozent in Papieren von Emittenten außerhalb der Euro-Zone anlegt.

Nach Einschätzung von Christian Michel kommen für den Durchschnittsanleger allerdings weder der Blue Bay Investment Grade Bond noch das HSBC-Produkt in Frage: "Für den Inik-Fonds liegt die Einstiegssumme bei 500 000 Euro, beim Blue Bay Investment Grade Bond sind es 100 000 Euro", so der Feri-Analyst. Zudem seien beide Fonds noch nicht lange genug am Markt, um eine präzise Einschätzung der Managementqualität abzugeben. Für den BWK-Renta Max spreche dagegen ein sehr gutes Rendite-Risiko-Profil, so Michel.

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