China bleibt Motor der positiven Entwicklung – Auch Indien rückt in den Fokus der Emerging-Market-Fonds
Fondsmanager setzen auf asiatische Aktien

Die Gewichtung von weltweit investierten Emerging-Market-Fonds hat sich stark in Richtung Asien verschoben. „Wir sind mit unserem DWS Emerging Markets zu rund 70 Prozent in Asien eingestiegen“, sagt Thomas Gerhardt, Fondsmanager bei der Deutschen Bank-Tochter DWS. Der Fonds setzt sich aus bis zu 100 verschiedenen Aktien von Unternehmen aus Schwellenländern zusammen.

HB DÜSSELDORF. Anlass für die Übergewichtung Asiens im weltweit investierten Fonds ist die enorm starke und dauerhafte Entwicklung des Wirtschaftswachstums in Fernost – mit Raten deutlich über fünf Prozent.

Motor der positiven Entwicklung bleibt China. Dort haben die Wirtschaftsbehörden den Boom im eigenen Land erneut unterschätzt und korrigierten das Wachstum auf satte neun Prozent nach oben. Bisher glänzte die Volksrepublik vor allem mit guten Exportzahlen. Das Land führte 2003 nach Schätzungen der Deka-Bank Waren im Wert von 438,2 Mrd. Dollar aus. Seit Jahresanfang ist auch die Binnennachfrage angesprungen: „Die Menschen haben endlich Vertrauen in das neue Wirtschaftssystem und geben mehr Geld für ihren Konsum aus“, sagt Gerhardt. Die Befürchtung einer drohenden Inflation teilt der Fondsmanager nicht. „Als Warnsignal sehe ich erst Inflationsraten von über fünf Prozent“", sagt Gerhardt. Die aktuelle Rate von drei Prozent sei angesichts des Wirtschaftsaufschwungs vertretbar.

Ähnlich optimistisch ist Nicolas Schlotthauer, Volkswirt der DekaBank: „Asiens Finanzmärkte waren in den vergangenen Jahren unterbewertet. Nach der jüngsten Kurskorrektur könnte wieder ein guter Zeitpunkt zum Einstieg sein.“ Perspektiven haben Schlotthauer zufolge in erster Linie Zulieferer von Infrastruktur, darunter Energieversorger und Telekommunikationsunternehmen. „Ob Olympia 2008 in Peking oder die Weltausstellung 2010 in Shanghai – das Land hat gewaltige Vorhaben, die einen Ausbau der Infrastruktur voraussetzen“, sagt Schlotthauer. Beleg für die beeindruckende Entwicklung des Staates mit rund 1,3 Milliarden Einwohnern ist die Nachfrage nach Stahl: Jede vierte weltweit produzierte Tonne kaufen Unternehmen aus dem Reich der Mitte. Das Land zieht mit seinem stetigen Aufschwung den gesamten Wirtschaftsraum Südostasiens mit sich. In Südkorea profitieren Stahl- und Chemieindustrie ebenso vom Boom im westlichen Nachbarland wie die Hersteller von Konsumgütern. „Firmen wie Hyundai oder Samsung sind sehr stark in China engagiert. Sie haben es besser verstanden, auf die Wünsche der chinesischen Kunden einzugehen als ihre Konkurrenten aus Europa und Amerika“, sagt Schlotthauer. Auch die einst kleinen Tiger haben sich – angespornt von Chinas Entwicklung – mittlerweile prächtig entwickelt. In Thailand sind Banken und Telekommunikationsunternehmen Wachstumstreiber. Die Ölproduzenten aus Malaysia und den Philippinen profitieren von Erdöl-Engpässen am Weltmarkt.

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