Chinesische Börse
Fondsmanager sehen kein Ende der China-Party

In China ticken die Börsenuhren anders. Diese Erkenntnis ist nicht neu, sie wurde aber in den vergangenen Monaten eindrucksvoll bestätigt. Während die vom US-Hypothekenmarkt ausgehenden Probleme mit verbrieften Kreditforderungen weltweit für Kursturbulenzen sorgten, zogen die Börsen in Shanghai und Shenzhen unbeeindruckt an.

HAMBURG. Damit nicht genug: Bankaktien, andernorts mit Misstrauen beäugt und teils panisch auf den Markt geworfen, führten die Rekordfahrt an.

"Banken profitieren wie auch Immobilien- und Einzelhandelsfirmen vom Wachstum der chinesischen Binnenkonjunktur", kommentiert Agnes Deng die jüngste Entwicklung. Darüber hinaus bevorzugt die Anfang September angetretene neue Managerin des Baring Hong Kong China Fund im Vorfeld der Olympischen Spiele und der Expo 2010 in Shanghai vor allem Unternehmen aus dem Infrastrukturbereich.

Damit knüpft Deng nahtlos an die Strategie ihrer Vorgängerin Lilian Co an, die Barings Ende 2007 nach sechs erfolgreichen Jahren verlässt. Unter Cos Ägide stieg der Baring Hong Kong China zu einem der größten und erfolgreichsten Fonds seiner Kategorie auf und verzeichnete allein in den vergangenen zwölf Monaten ein Plus von 116 Prozent (Tabelle). Wie lange der Höhenflug noch andauern kann, dazu wagt auch Deng keine Prognose. "Solange die Zuflüsse in Aktien die Rückflüsse übersteigen, geht die Party weiter", sagt sie. Gleichwohl lässt die Barings-Managerin keinen Zweifel daran, dass sie inzwischen die Bewertungen der meisten in Shanghai und Shenzhen gehandelten A-Aktien für zu hoch hält. Gute Chancen böten dagegen in Hongkong gelistete H-Aktien: Diese ursprünglich Ausländern vorbehaltenen Titel dürfen seit kurzem auch von Chinesen gekauft werden. "Für die zu erwartenden Mittelzuflüsse aus dieser Richtung sind wir gut positioniert", sagt Deng.

Von der gestiegenen Nachfrage nach H-Aktien profitierte in den vergangenen Wochen auch der Aquila China Quant der Hamburger Vermögensverwaltung Aquila Capital. Mit einem Wertzuwachs von mehr als zehn Prozent im September konnte der im Zwölf-Monats-Vergleich per Ende August lediglich auf Rang 50 liegende Fonds zum ersten Mal im laufenden Jahr wieder mit der Konkurrenz mithalten. "Wir investieren bereits seit längerer Zeit ausschließlich in H-Aktien", betont Aquila-Geschäftsführer Dieter Rentsch und begründet dies mit dem deutlich niedrigeren Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV): "H-Aktien weisen derzeit nur ein KGV von 22 auf, in Shanghai liegt dieser Wert bei 48." Bei manchen Aktien, die sowohl in Hongkong als auch in Shanghai notiert seien, betrage der Preisabschlag der H-Variante mehr als 60 Prozent. Rentsch: "Entsprechend groß ist das Aufholpotenzial."

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