Citadel Group
Prominenter Hedge-Fonds kommt unter die Räder

Der größte Fonds der Citadel Group hat seit Jahresanfang rund 30 Prozent an Wert verloren. Damit steht er nicht alleine: Auch andere Gesellschaften haben schwer zu kämpfen und sind gezwungen, im Börseneinbruch Aktien zu verkaufen.

NEW YORK. Die Finanzkrise fordert ihren Tribut von den Hedge-Fonds. Inzwischen müssen auch einige der prominentesten Namen der Branche ihren Investoren hohe Verluste eingestehen. So hat der größte Fonds der Citadel Investment Group nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg in diesem Jahr bislang rund 30 Prozent an Wert verloren. Zwei mit der Situation vertraute Personen führten das auf das Engagement mit Wandelanleihen zurück.

Citadel gehört zu den bekanntesten Adressen in der Branche. Der Mulitstrategie-Fonds wurde 1990 vom damals 22-jährigen Kenneth Griffin gegründet, beschäftigt 1 000 Mitarbeiter und verwaltete im vergangenen Jahr ein Vermögen von rund 20 Mrd. Dollar. 2007 hatte Griffin seine Investoren noch mit einer Rendite von mehr als 30 Prozent verwöhnt.

Citadel ist aber nicht der einzige prominente Hedge-Fonds, der unter die Räder kam. Die gesamte Branche hat im September den schlimmsten Monat seit zehn Jahren hinter sich gebracht. Im Durchschnitt verloren die spekulativen Fonds noch einmal 4,7 Prozent an Wert. Seit Anfang des Jahresbeginn summieren sich die Verluste der Fonds damit auf 9,4 Prozent. Wegen der Verluste ziehen immer mehr Investoren ihr Kaptial aus den Fonds ab. Den Daten von Trim-Tabs Investment Research zufolge verloren Hedge-Fonds in den USA allein im September mehr als 40 Mrd. Dollar Kapital. Insgesamt vewaltet die Branche weltweit rund zwei Billionen Dollar

.

Wegen der Verlustserie rechnen Experten nach dem Boom der vergangenen Jahre mit einer drastischen Marktbereinigung und zahlreichen Hedge-Fonds-Pleiten. Sie führen die heftigen Verluste an den Aktienmärkten auch auf Notverkäufe von Hedge-Fonds zurück, die Positionen liquidieren müssen, weil die Anleger ihr Geld zurückfordern. "Viele Manager müssen jetzt in den fallenden Markt hinein verkaufen", klagt ein Banker.

Allein Steven Cohen, Chef des prominenten Hedge-Fonds SAC Capital Advisors, hat nach einem Bericht des "Wall Street Journal" in den vergangenen Tagen rund sieben Mrd. Dollar aus Aktien abgezogen und in Geldmarktpapiere investiert. SAC Capital lag bis Ende September mit neun Prozent im Minus. Auch Harbinger Capital, ein New Yorker Hedge-Fonds, der im vergangenen Jahr mit einer Wette auf Subprime-Verluste hohe Renditen erzielte, hat 2008 nach Informationen aus Finankreisen ein Minus im zweistelligen Prozentbereich eingefahren.

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