Cominvest Adireth und Pictet Funds EUR Bonds
Große Rentenfonds wählen defensive Strategie

Steuerlich attraktive Anleihen stehen wegen der US-Hypothekenkrise nach wie vor unter Druck. Das hat sich bisland allerdings nicht auf die Wertentwicklung des "Cominvest Adireth" ausgewirkt, denn der Rentenfonds profitiert vom frühen Ausstieg aus Bankentiteln.

HAMBURG. "Das aktuelle Marktumfeld ist nicht optimal für steueroptimierte Rentenfonds", sagt Ulrich Teutsch. So würden fast alle steuerlich attraktiven Anleihen wie Jumbo-Pfandbriefe oder Genussscheine von der Finanzbranche emittiert. Diese stünden jedoch aufgrund der US-Hypothekenkrise nach wie vor unter Druck, ergänzt der Manager des "Cominvest Adireth", der gemäß Anlagestrategie schwerpunktmäßig auf Kursgewinne statt auf Zinserträge setzt.

Bislang hat sich das eher ungünstige Szenario für diesen Anlagefokus jedoch nicht auf die Wertentwicklung des rund 1,6 Mrd. Euro schweren Euro-Rentenfonds ausgewirkt: So erzielte der Adireth in den vergangenen zwölf Monaten einen Wertzuwachs von 1,79 Prozent und schnitt damit unter den zehn volumenstärksten Fonds dieser Kategorie am besten ab. "Wir haben das Engagement in Bankentiteln schon vor Beginn der Krise reduziert und waren auch nicht in den als ABS bezeichneten besicherten Forderungen investiert", erläutert Teutsch, der in jüngster Zeit Umschichtungen vorgenommen hat. So hat er den Anteil steuerbegünstigter Papiere zwar bei 90 Prozent belassen, das Portfolio aber ansonsten generell eher defensiv ausgerichtet, indem Nachranganleihen sowie spanische und britische Bankentitel deutlich reduziert und dafür Staatsanleihen gekauft wurden.

Auch die mit rund einem Drittel gewichteten Fremdwährungsanleihen - vorwiegend in japanischen Yen - hat Teutsch zuletzt zum Großteil in variabel verzinste Papiere umgeschichtet. Mit dieser Ausrichtung sieht sich der Cominvest-Manager gegen mögliche weitere Auswirkungen der Hypothekenkrise gewappnet. "Die Auswirkungen sind noch nicht ausgestanden und werden den Finanzmarkt noch eine ganze Weile belasten", sagt Teutsch.

Obwohl sich auch Mickael Benhaim vorsichtig gibt, hat sich der Manager des "Pictet Funds EUR Bonds" ganz anders positioniert. So mischt er seinem Fonds unter anderem auch ABS bei, die er aktuell mit rund elf Prozent gewichtet. Fremdwährungsanleihen hält er dagegen überhaupt nicht. Auch auf der Laufzeitenseite ist Benhaim anders aufgestellt und setzt mit einer Duration von durchschnittlich 6,3 Jahren eher auf das lange Ende der Zinskurve, während das Portfolio des Adireth eine Duration von 3,2 Jahren aufweist. Die Ausrichtung auf lange Laufzeiten bekam dem Fonds zuletzt überhaupt nicht: So rutschte er auf Zwölfmonatssicht mit 2,26 Prozent ins Minus und erzielte damit das schlechteste Ergebnis unter den zehn größten bei Feri Rating & Research gelisteten Euro-Rentenfonds. Auch im Gesamtvergleich aller 244 Konkurrenten schneidet er mit Rang 237 enttäuschend ab. "Wir haben Mitte Mai die länger laufenden Anleihen aufgestockt, was sich als ungünstig erwiesen hat", räumt Benhaim ein.

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