Cominvest
Geldmarktfonds begrenzen Engagement in ABS

Eigentlich sind Geldmarktfonds nicht gerade für Kursturbulenzen und Verluste bekannt. Doch die Anleger des Cominvest Short Term Plus wurden seit Beginn der US-Hypothekenkrise eines Besseren belehrt. Das zeigt ein Blick auf die aktuelle Auswertung der Bad Homburger Analyseagentur Feri.

HAMBURG. So belegte der Fonds noch im Juli dieses Jahres im Zwölf-Monats-Vergleich Platz drei und ist in nur zwei Monaten mit einem mageren Plus von 0,40 Prozent auf den drittletzten Platz von 128 Geldmarktfonds abgerutscht (Tabelle).

Die seit Sommer andauernde Krise am Markt für verbriefte Kreditforderungen, so genannte Asset Backed Securities (ABS), hat den Fonds besonders stark getroffen. Cominvest-Manager Stefan Lachhammer hält 60 Prozent des Portfolios in diesen Papieren, wobei er sich ausschließlich auf die nicht direkt von der US-Krise betroffenen europäischen ABS beschränkt. Obwohl diese nicht von einer Bonitätskrise betroffen waren, rutschte der Fonds im September mit 1,78 Prozent ins Minus. Doch der Cominvest-Manager bleibt zuversichtlich: "Erste Investoren melden sich wieder auf dem Markt zurück und steigern die Liquidität der Papiere."

Mit einer deutlichen Marktberuhigung rechnet er Anfang kommenden Jahres. "Bis dahin dürften die Risikozuschläge auf dem aktuellen Niveau von derzeit rund 50 Basispunkten für erstklassige Bonitäten liegen", so der Fondsmanager. Angesichts der jüngsten Turbulenzen im ABS-Segment hält er sich derzeit von Engagements in Fremdwährungen fern: "Diese können zwar ein Renditeplus bringen, aber bergen auch zusätzliche Risiken, die wir angesichts der Lage am ABS-Markt nicht eingehen wollen", sagt er. Den Rest des Portfolios hat er auf kurzlaufende Pfandbriefe und Festgeld verteilt. Das Cominvest-Produkt sei auf Grund seiner Komposition kein klassischer Geldmarktfonds, sondern eher etwas für Anleger mit längerem Horizont, meint Detlef Glow von der Fondsratingagtentur Lipper.

Ganz anders ist dagegen der Meag Prozins positioniert, der mit einem Wertzuwachs von 4,14 Prozent den Spitzenplatz belegt. "Wir mischen bis zu zehn Prozent Fremdwährungsanleihen bei, derzeit warten wir allerdings die Reaktion des Marktes auf die jüngste Entscheidung der US-Notenbank ab", sagt Fondsmanager Andreas Moritz, der zuletzt unter anderem mit Engagements in ungarischen Forint punkten konnte. Auch er setzt auf ABS, die er aktuell mit 20 Prozent gewichtet. Generell begrenzt er diese Quote jedoch auf maximal 25 Prozent: "Anleger sollten den Fonds jederzeit kurzfristig ohne Verlustgefahr verkaufen können, weshalb wir eine höhere Quote für zu risikoreich halten", argumentiert Moritz.

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