Commerzbank entdeckt die Frauen
Fonds und Farben

Wie andere Banken hat auch die Commerzbank die Frauen als Zielgruppe entdeckt. Schließlich machen sie mehr als die Hälfte der Bevölkerung aus.

FRANKFURT/M. Investmentfonds, Farb- und Typberatung“. Nein, das ist nicht aus dem Intelligenztest: Welches Wort passt nicht in die Reihe? So lautet der Titel eines Seminars für Frauen, mit dem die Commerzbank dem zarten Geschlecht die Welt der Finanzen näher bringen will.

Wie andere Banken hat auch die Commerzbank die Frauen als Zielgruppe entdeckt. Schließlich machen sie mehr als die Hälfte der Bevölkerung aus. Und nach einer Studie des Deutschen Instituts für Altersvorsorge werden drei Viertel der heute 30- bis 59-jährigen Frauen im Alter kein ausreichendes Einkommen haben. Unter dem Obertitel „Money – made by Women“ will die Commerzbank die Kundinnen mit Seminaren wie „Wellness, Lifestyle und Finanzen“ und „Geldanlage/Etikette“ ins Haus locken.

In der Filiale der Frankfurter Kaiserstraße ist ihr das gelungen. Mehr als sechzig Frauen sind in das altehrwürdige Gebäude mit der Säulenhalle gekommen: die ältere Dame im Kostüm mit ihrer promovierten Tochter, die burschikose junge Frau in orangener Bluse; zwei grauhaarige Freundinnen diskutieren über die Unterschiede zwischen geschlossenen und offenen Immobilienfonds. Eine andere Dame verlangt noch schnell von ihrer Beraterin, dass sie die Gebühr für ihr Dollarkonto streicht. Naiv wirken sie nicht, diese Frauen.

Was ihnen von den drei blonden Kundenberaterinnen geboten wird, ist das Ein-mal-Eins der Geldanlage: „Wenn Sie eher der konservative Anleger sind, dann gehen sie in festverzinsliche Wertpapiere“, erklärt die Beraterin. „Wenn sie mutiger sind, dann sind Aktien besser geeignet“. Na, und wenn Sie keine Zeit für Geldfragen haben? Dann vertrauen Sie Fonds: „Fondsmanager sind gut ausgebildete Experten, die sich den ganzen Tag mit Ihrem Geld beschäftigen“, sagt sie im Tonfall einer Märchenerzählerin.

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